Aachen: Rütscher Straße: Bagger gehen Anwohnern auf die Nerven

Aachen: Rütscher Straße: Bagger gehen Anwohnern auf die Nerven

Heftig zur Sache geht es wieder am Fuße des Lousbergs. Der Abriss des Bunkers zwischen Rütscher Straße und Försterstraße ist inzwischen in vollem Gange. Nachdem das Innenleben des Weltkriegsrelikts herausgerissen wurde, rücken jetzt Bagger mit gewaltigen Zangen und Meißeln den dicken Außenwänden zu Leibe.

Die damit verbundenen Emissionen bringen die Anwohner wieder einmal auf die Palme. Hermann Tücks von der Bürgerinitiative Lousbergbunker sagt etwa: „Der Geräuschpegel und die damit einhergehenden Erschütterungen sind als gewaltig anzusehen.“ Eine Hauseigentümerin habe ihn darüber informiert, dass sich in ihrem Haus durch starke Erschütterungen bereits neue Risse gebildet hätten. „Im gesamten Bereich Försterstraße sind zum Teil Erschütterungen in für die Bewohner beängstigendem Ausmaß zu spüren.“ Die Anwohner des gesamten Viertels seien aufgrund der „passiven Haltung“ der Verwaltung zum Teil sehr stark eingeschüchtert.

Axel Costard vom Presseamt weist diese Sicht der Dinge zurück. Erst am 4. März seien Schallmessungen in der Försterstraße vorgenommen worden. „Diese Schallmessungen haben ergeben, dass der maximale Beurteilungspegel von 70 dB(A), der sich unter anderem nach der Dauer der Arbeiten berechnet, nicht überschritten wird.“ Die nun fertiggestellte Lärmschutzwand bringe eine deutliche Reduzierung des Schallpegels zur Försterstraße hin. Außerdem würden alle vom Fachbereich Bauaufsicht formulierten Auflagen nach regelmäßigen Ortskontrollen auch eingehalten. „So darf mit dem Spitzmeißel täglich nur maximal 2,5 Stunden gearbeitet werden. Eine Beschränkung für das Abreißen mittels Hydraulikzange gibt es nicht.“ Die maximal zulässigen Arbeitszeiten von acht Stunden zwischen 7.30 und 16.30 Uhr würden ebenso eingehalten wie die festen Pausenzeiten.

Projektentwickler Norbert Hermanns, der dort mit anderen knapp 50 hochwertige Eigentumswohnungen und Stadthäuser errichten lässt, findet, dass sich die Bürgerintitive ins eigene Fleisch schneidet: „Es werden hohe Schallschutzauflagen eingehalten.“ Das ziehe allerdings nach sich, dass die tägliche Arbeitszeit, in der großer Lärm gemacht werden dürfe, deutlich reduziert werden musste. „Das führt dazu, dass sich die Abrisszeit deutlich in die Länge zieht.“

Zunächst war laut Diplom-Ingenieurin Anais Cosneau von der Landmarken AG geplant, die Wintermonate intensiv zu nutzen, dann wäre man schon Mitte April fertig gewesen. Jetzt wird es wohl bis Ende Juli oder Anfang August dauern.

Die Bürgerinitiative hatte schon gegen den Abriss generell mobil gemacht, unter Hinweis auf die historische Bedeutung des massiven Schutzgebäudes und die Rolle, die es bei Kriegsende spielte. Dort residierte der letzte Stadtkommandant Aachens, der am 21. Oktober 1944 von dort aus die Kapitulation einleitete. Daran soll nun eine Erinnerungsstätte gegenüber gemahnen.