Aachen: Roter Teppich für 300 Kinder mitten im Dom

Aachen : Roter Teppich für 300 Kinder mitten im Dom

Einen roten Teppich für rund 300 Mädchen und Jungen — das hat es am Sonntagnachmittag im Aachener Dom gegeben. Anlass war eine Premiere: Denn erstmals hat im Oktogon eine Kinderautorenlesung stattgefunden.

Die Lesung von Ulrich Hub aus seinem populären Werk „An der Arche um Acht“ war eine Kooperation vom Domkapitel, der Europäischen Stiftung Aachener Dom und dem Katechetischen Instituts des Bistums Aachen. Die Idee dazu hatte Ute Ketteniß, ehemalige Rektorin der Gemeinschaftsgrundschule Vaalserquartier. „Es ist eine Premiere, dass so viele Kinder eine Lesung im Dom erleben. Wir würden dies gerne wiederholen und freuen uns, wenn heute alle Kinder lauthals mitsingen“, begrüßte Ketteniß die Besucher. Zur Einstimmung in den besonderen Nachmittag sangen nämlich die Kinder vom Chor der Aachener Domsingschule unter Leitung von Rektorin Irma Wüller das Lied von „Vater Noah“.

Ulrich Hub sucht während seiner Lesung immer wieder den direkten Kontakt zu seinen Zuhörern. Foto: Nina Krüsmann

Auch Dompropst Manfred von Holtum ließ es sich nicht nehmen, die jungen Gäste im Öcher Münster persönlich willkommen zu heißen. Ihm und den anderen Erwachsenen war die Freude deutlich anzusehen. Der Aachener Historiker und Karls-Experte Professor Max Kerner verfolgte die Veranstaltung mit großem Interesse und bemerkte begeistert: „Kaiser Karl würde vor Freude hüpfen, wenn er all die fröhlichen Kinder in seinem Dom sehen würde.“ Die Autorenlesung versprach nicht nur für Kinder einen literarischen Genuss. Insgesamt rund 250 Erwachsene, darunter viele Eltern und Großeltern lauschten der Geschichte von Ulrich Hub, der aus Berlin angereist war. Hub arbeitet nicht nur im Kinderbuchbereich, sondern ist auch Theaterschriftsteller, Schauspieler, Regisseur und Drehbuchautor.

Er entführte die Kinder in eine Welt aus Schnee und Eis. Mitten zwischen ihnen erzählte Hub, welche Tiere es auf der Arche gibt. Im Mittelpunkt stehen zwei Pinguine. Verblüfft nehmen die beiden Auserwählten ihre zwei Tickets für Noahs Arche in Empfang. Sie sind gültig bis nach der Sintflut. Das Ende der Welt steht kurz bevor, und das ist nicht das einzige Problem der beiden. Sie wollen ihren Freund, den ungläubigen und streitsüchtigen Pinguin, keinesfalls zurücklassen. Leider ist das nicht so einfach, denn es dürfen ja immer nur zwei Tiere jeder Art an Bord. Weitgehend kindgerecht und unterhaltsam stellt die Geschichte von Ulrich Hub viele Fragen nach Gott und dem Leben.

Bei einer anschließenden Signierstunde hatten die jungen Zuhörer die Gelegenheit, den Autor aus der Nähe zu erleben. Und als bleibende Erinnerung an diese ungewöhnliche Lesung durfte jedes Kind seine Eintrittskarte in Form eines Pinguin-Pappanhängers mitnehmen.

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