Rotary- und Inner Wheel Clubs der Region sammelten

15.000 Euro für die Klinik-Clowns : Eine heilsame Prise Humor zum Gesundwerden

Humor, hohe Interaktionsbereitschaft und die nötige Portion Feingefühl – diese Eigenschaften benötigt man, wenn man wie Annemie Missinne und Holger Stüve als Klinik-Clown arbeiten will. Für ihre wöchentliche, leidenschaftliche und aufopferungsvolle Arbeit in verschiedenen Krankenhäusern und Pflegeheimen Aachens wurden Missine und Stüver, die wohl besser unter ihren Spitznamen „Loretta“ und „Schlenzo“ bekannt sind, sowie der ganze Verein der Klinik-Clowns Aachen nun belohnt. Im Zuge einer Spendengala Ende März im Aachener Kurhaus sammelten die Rotary- und Inner Wheel Clubs der Region 15.000 Euro, die nun im Ratskeller am Markt feierlich den Klinik-Clowns um ihren Vorsitzenden Uli Opdenberg überreicht wurden.

„Dieses Jahr geht die überaus hohe Summe vor allem aus dem Spendenzweck hervor – dieser wurde allen Gästen zu Beginn des Abends genau verdeutlicht und stieß offenbar auf hohe Resonanz“, freut sich Simone Pfeiffer-Bohnenkamp, Pressebeauftragte des Rotary Clubs Aachen-Charlemagne. Bis tief in die Nacht tanzten und vergnügten sich die circa 170 Gäste der Gala, der Höhepunkt bestand in einer Weinversteigerung, die einen großen Teil zum Spendenbetrag beisteuerte. „Die Gebote schnellten wie in einem Rausch in die Höhe, die Stimmung war insgesamt sehr euphorisch“, berichtet Pfeiffer-Bohnenkamp.

Profiteure des Abends waren neben den gut unterhaltenen Gästen auch die Klinik-Clowns – die am Abend selbst vor Ort waren, um den Menschen einen Einblick in ihre Arbeit zu gewähren und sich nun über die Spendengelder freuen dürfen. „Unser Hauptarbeitsplatz sind die Kinderstationen des Uniklinikums, wir sind jeden Dienstag- und Donnerstagvormittag dort, um den kranken Kindern eine Freude durch unsere Spiele und Lieder zu bereiten“, erklärt Annemie Missinne. Die Clowns, die ihre kleine Show stets zu zweit darbieten, wissen oft gar nicht, woran ein bestimmtes Kind leidet. „Die Kunst liegt in der Improvisation und darin, sich an die jeweiligen Vorlieben der Patienten anzupassen“, sagt Missinne.

Für Klinik-Clown ist eine professionelle Ausbildung essenziell, die meisten Mitglieder des 2008 gegründeten Vereins absolvierten neben einer Schauspiel- und Musikausbildung auch sozialpädagogische und psychologische Trainings. „Wir treffen uns einmal im Monat, um uns fortzubilden und weiter zu entwickeln“, berichtet Missinne. Der Verein der Klinik-Clowns Aachen finanziert sich ausschließlich durch Spenden, da keine Krankenkasse die Kosten trägt und sich kein Krankenhaus es leisten kann, die Arbeit wirtschaftlich zu unterstützen. „Dennoch pflegen wir ein gutes Verhältnis zu den Krankenschwestern und Ärzten, die unsere Arbeit sehr schätzen und bestätigen, dass es viele Kinder aufheitert und zum Lachen bringt“, stellt Holger Stüve klar und ergänzt: „Unsere Arbeit entwickelt sich über den Kontakt. Wir sind keine typischen Manegen-Clowns, sondern brauchen viel mehr Authentizität, um das zu vermitteln, was wir vermitteln wollen.“

Die Spendengala im März war nun schon die dritte, die die Aachener Rotary- und Inner Wheel Clubs für Kinder und Jugendliche, die auf Hilfe angewiesen sind, veranstalteten. „Wir wollten dieses Jahr einen Verein unterstützen, der sonst wenig Hilfe bekommt, um die Aufmerksamkeit auf ihn zu lenken und gleichzeitig den Tanz und das soziale Engagement wieder gekonnt vereinen“, nennt Martina Nesseler vom Inner Wheel Club Aachen die Gründe für die Wahl des Spendenzweckes. In den letzten zwei Jahren wurde für ein Programm gegen Ausgrenzung, sowie für ein Anti-Gewalt-Training gesammelt. „Nun haben wir uns entschieden, eher in den medizinischen Bereich zu gehen“, erläutert Simone Pfeiffer-Bohnenkamp .

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