Aachen: Rotary Club zeichnet Schüler mit „Doris-und-Ralf-Capellmann-Preis“ aus

Aachen : Rotary Club zeichnet Schüler mit „Doris-und-Ralf-Capellmann-Preis“ aus

Die Jugendlichen von heute wurden in eine Welt geboren, in der der Eiserne Vorhang bereits beiseite geschoben war. Entsprechend anders ist der Blick, mit dem junge Menschen heute auf Europa und den politischen Einigungsprozess schauen. Bei einem Wettbewerb des Rotary Clubs Aachen-Charlemagne hatten in den vergangenen Wochen mehrere Schülergruppen aus der Städteregion ihre Ideen für das Europa von heute zu Papier gebracht.

Die drei besten Vorschläge wurden schließlich jetzt mit dem „Doris und Ralf Capellmann Preis“ ausgezeichnet.

Dabei hat die Bischöfliche Liebfrauenschule Eschweiler die Jury in ganz besonderer Weise überzeugt, denn gleich zwei ihrer Beiträge wurden von dem Gremium auf den ersten Platz gewählt. So hatten die Schülerinnen Lisa Münstermann, Angelina Rüster und Alina Zirner für ihr Projekt die Idee einer „Schnitzeljagd durch die europäische Kultur“, bei der Jugendliche aus ganz Europa Aufgaben gestellt bekommen und diese dann — mit Bildbeweis — lösen müssen.

Die zweite Gruppe der Liebfrauenschule — bestehend aus Carolin Malmendier, Mara Mayer und Joline Noltmann —, befasste sich mit der schulischen Vermittlung der viel zitierten europäischen Werte und einem Planspiel, das die Funktionsweise der Europäischen Union erläutern soll.

Doch damit nicht genug: die drei Schülerinnen plädierten auch für einen stärkeren europäischen Patriotismus, der mit einem Superhelden charakterisiert werden könnte. „Agent Europe“ solle diese Figur heißen, ganz nach dem Vorbild von „Captain America“, und für ein humanistisches Weltbild und gegen Sexismus und Rassismus kämpfen, schlugen die Schülerinnen vor.

Es war besonders diese Idee, welche die Jury in dem Entschluss bekräftigte, zwei erste Preise zu vergeben, wie RWTH-Geschichtsprofessor Max Kerner sagte. „Europa vergreist zusehends und wirkt manchmal ein wenig müde, da brauchen wir solche frischen und klugen Ideen, damit wir uns nicht selbst marginalisieren“, betonte er.

Blick für die Geschichte schärfen

Passend dazu wurde auch der Beitrag von Marcel Cüppers, Ebru Erkan, Milena Senden und Florian Winkels vom St.-Ursula-Gymnasium Geilenkirchen mit dem Preis ausgezeichnet. Mit dem Projekt „Jugend für Europa“ wollen sie den Austausch mit Gleichaltrigen und den Blick der Jugendlichen für historische Begebenheiten schärfen. Die Schülerin Ebru Erkan brachte die Notwendigkeit dafür mit einem Satz auf den Punkt: „Wenn man in die Geschichte zurückblickt, sieht man, dass es erst zwei Weltkriege gebraucht hat, bis die Menschen gelernt haben, dass die Betonung auf Gemeinsamkeiten den Frieden bringt“, sagte sie.

Zusätzlich zu den „Capellmann“-Preisträgern wurden auch die jeweils besten Vorschläge der einzelnen teilnehmenden Schulen ausgezeichnet. Dies waren das St.-Leonhard-Gymnasium Aachen, wo die Verleihung stattfand, die Europaschule Herzogenrath und das St.-Ursula-Gymnasium Aachen. Die Siegergruppen erhielten für ihre Beiträge jeweils 1000 Euro Preisgeld, und für alle beteiligten Schüler wird es neben einem Buchgeschenk im September noch eine Europafahrt nach Brüssel zu den europäischen Institutionen geben.