Aachen: Rosenmontagszug: Nur die Stadtreiter kommen hoch zu Ross

Aachen: Rosenmontagszug: Nur die Stadtreiter kommen hoch zu Ross

„Wir werden im Rosenmontagszug reiten”, bekräftigt Horst Peters, der Vorsitzende der Aachener Stadtreiter. Die Stadtreiter werden voraussichtlich die einzigen Teilnehmer des Rosenmontagszug sein, die hoch zu Ross unterwegs sein werden. Denn die Aachener Prinzengarde und auch das KK Oecher Storm werden per pedes mitgehen.

Der Reitstall, der der Prinzengarde für den großen Umzug die Rösser überlässt, hat vor kurzem einen mysteriösen Anruf bekommen. Dabei wurde er bedroht, dass die Stallungen abgefackelt würden, wenn er der Prinzengarde Pferde für den Zug überlassen würde. Das hat die Traditionsgarde von 1910, die auch ein eingetragener Reitverein ist, veranlasst, auf einen Einsatz von Pferden zu verzichten. Polizeisprecher Paul Kemen bestätigte am Dienstag gegenüber den „Nachrichten”, dass eine entsprechende Anzeige im Präsidium erstattet wurde.

Das Karnevals-Korps (KK) Oecher Storm wird auch nicht mit Pferden im Rosenmontagszug aufkreuzen. Das liegt schlicht daran, dass der Reitstallinhaber, der die Störmer mit Pferden versorgt, nach einigen Fernsehberichten und Protesten von Tierschützern nicht mehr bereit ist, seine Rösser für den Rosenmontagszug den Karnevalisten zu überlassen. Am heutigen Mittwochnachmittag wollen Markus Bongers, Kommandant der Prinzengarde, und Hans-Jürgen Begas, Kommandant des Oecher Storm, auf einer Pressekonferenz erläutern, warum sie auf die Pferde verzichten.

Die drei Pferde, die von der Oecher Penn mitgeführt werden, sind auf jeden Fall dabei. Oliver Klöcker, Pressesprecher der Stadtgarde, erklärte, dass das Pferd, das einen Planwagen mit Wurfmaterial zieht, ohnehin ein Kaltblüter sei, auch die beiden Pferde, die die Kutsche des Marketenderpaares ziehen, sind Kaltblüter. „Die drei Pferde sind ausgebildet und werden auf keinen Fall sediert”, versicherte Klöcker.


Hintergrund ist ein Schreiben des Veterinäramts der Städteregion, in dem das Sedieren von Pferden im Rosenmontagszug strikt untersagt wird. Es hat angekündigt, Blutproben zu ziehen und notfalls die Pferde aus dem Zug herauszunehmen. Hinzu kommen nun offenbar militante „Tierschützer”, die auch vor Gewaltandrohung keinen Halt machen.