Aachen: Rolf Frankenberger: Der Neue muss sich um viele Baustellen kümmern

Aachen : Rolf Frankenberger: Der Neue muss sich um viele Baustellen kümmern

Als ob er es geahnt hätte: In seiner Verwaltungslaufbahn hatte Rolf Frankenberger sowohl mit Themen aus dem Sozialbereich als auch mit Wohnungs- und Immobilienfragen zu tun. Nun wird er Leiter des neuen Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration.

Die noch zu gründende Verwaltungseinheit entsteht aus den bisherigen Fachbereichen Wohnen und Soziales und Integration. Deren Zusammenlegung sei immer wieder mal überlegt worden, erklärt Manfred Sicking, Beigeordneter für Wirtschaft und Soziales. In anderen Städten vergleichbarer Größe seien diese Arbeitsbereiche auch unter einem Dach zusammengefasst.

Zudem habe gerade auf diesen Themenfeldern die Gründung der Städteregion Aachen ihre Spuren hinterlassen. Viele Aufgaben und viele Mitarbeiter seien dorthin abgewandert, erklärt Sicking. Die solcherart verschlankten Fachbereiche hätten dann eng zusammenarbeiten müssen, als in großer Zahl Flüchtlinge kamen. Und nach den üblichen Startschwierigkeiten habe das auch gut funktioniert.

Künftig nun sollen „wesentliche Aspekte der Stadtpolitik aus einer Hand kommen“, so der Dezernent. Mit dieser Organisationsstruktur, auf die auch die große Koalition im Aachener Rathaus Wert gelegt hatte, „sind wir schlagkräftiger“.

In Sachen Flüchtlinge tritt Frankenberger seinen Job in vergleichsweise ruhigen Zeiten an. Die Situation ist nicht mehr so angespannt wie etwa vor einem Jahr, als für die Unterbringung noch eine Turnhalle nach der anderen belegt werden musste. Von derzeit rund 2500 Flüchtlingen in Aachen lebten inzwischen etwa 1300 in Einzelwohnungen, berichtet Sicking, die Quote soll noch weiter steigen.

Wohnraum aber ist knapp. „Der Markt wird immer enger“, weiß Rolf Frankenberger, der zuletzt im Fachbereich Wohnen gearbeitet hat. Von daher kennt er auch Studien, aus denen sich der Bedarf errechnen lässt. „Wir brauchen etwa 5000 neue Wohnungen in den nächsten Jahren“, sagt Frankenberger. Zwar gebe es Investoren, die gerne bauen würden, „aber das Problem ist die Fläche.“ Aus Platzmangel müsse nach „Verdichtungspotenzial“ gesucht werden.

Eine Baustelle ist aber auch der Arbeitsmarkt und der relativ hohe Anteil von Menschen in Aachen, die schon lange ohne Job sind. „Arbeitsmarktintegration spielt aus Sicht der Kommunen eine große Rolle“, sagt Frankenberger. In Zusammenarbeit mit den bei der Städteregion angesiedelten Jobcentern will er die Sache angehen. Zudem hält er Nachbesserungen am Integrationskonzept für nötig. An dem hat er vor zehn Jahren selbst mitgewirkt.

(wb)
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