Aachen: „Rock’n’Roll Diktator“ Jörg Kaier will die Raststätte rocken

Aachen : „Rock’n’Roll Diktator“ Jörg Kaier will die Raststätte rocken

Das Renommee von Diktatoren ist in der Regel recht zweifelhaft. Das weiß auch Jörg Kaier, der selbst sagt, dass man zu Recht mit den meisten Diktatoren nichts zu tun haben will. Dennoch nennt sich der Liedermacher und Kabarettist, der Freitagabend, 8. Juni, in der Raststätte auftritt, selbst „Rock’n’Roll Diktator“ und stellt vermutlich unter den Diktatoren die berühmte Ausnahme von der Regel dar.

„Ich komme ja, wie mein Pseudonym schon verrät, von der Popmusik her, und da war es in den Neunzigern, als ich anfing, eher unüblich, dass sich da einer allein ohne Band hinstellt. Deswegen habe ich dann auf der Bühne erklärt, dass niemand mit mir zusammenspielen will, weil ich so brutal und grausam bin. Dem wohnt natürlich bis heute eine gewisse Ironie inne, weil ich auf der Bühne eher freundlich-vertrottelt wirke — also das Gegenteil von einem Diktator“, erklärt Jörg Kaier.

Somit dürfte klar sein: Ein Auftritt des Rock’n’Roll Diktators ist immer mit einer großen Portion Humor verbunden. „Meine Songs sind witzig und musikalisch anspruchsvoller als sie wirken. Ich benutze zum Teil auch Jazz-Harmonien, und weil ich auch als Rock’n’Roll Diktator nicht auf die Power einer Band verzichten will, nutze ich bei circa jedem fünften Song selbstproduzierte Playbacks, zu denen ich dann auch mal abgehen kann. Sieht etwas ungelenk aus, macht aber total Spaß — dem Publikum übrigens auch“, sagt der Musiker, der auf der Bühne seine Gitarre fest im Anschlag hält.

Gefallen wird das Publikum sicherlich auch an Jörg Kaiers Programm „Alle Farben Ausser Bunt“ finden. „Dabei geht es, wie der Namen schon sagt, um alles und nichts: Brüderkriege unter Anthroposophen, Schinderei und Fairtrade im Showbiz, kommunistische Zahnärzte, eine Rentnerband namens Rolling Rollators oder Barfußparks, um nur einige Beispiele zu nennen“, so der Rock’n’Roll Diktator. „Meine Freundin sagt, das was ich mache, sei eher etwas für Jungs. Allerdings gebe ich mir als Rock’n’Roll Diktator seit jeher viel Mühe, der Damenwelt zu imponieren. Irgendwas muss da schief gelaufen sein … Also, ich würde sagen, das Konzert ist für alle, die eine pfiffige Unterhaltung jenseits des Mainstreams suchen. Musik-Comedy für Leute, die keine Comedy mögen.“

Die Raststätte kennt der Stuttgarter ziemlich gut: Der Rock’n’Roll Diktator war mal Wahl-Öcher, und bis 2015 moderierte der Liedermacher den Songwriters Table und war mehrmaliger Finalist beim Raststätten-Song-slam. „Es fühlt sich ein kleines bisschen wie nach Hause kommen an“, sagt er. Die Location sei einmalig mit einer ungezwungenen, eher informellen Atmosphäre und einer geringen Distanz zwischen dem Publikum und den Künstlern.

Wer dies selbst erleben möchte, der sollte morgen Abend die Raststätte aufsuchen. Der Abend mit Jörg Kaier beginnt um 20 Uhr.

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