Aachen: „Riverside Drive“: Turbulent, intensiv, atmosphärisch dicht

Aachen : „Riverside Drive“: Turbulent, intensiv, atmosphärisch dicht

Die Szenerie ist einfach und auch die Handlung beginnt schnörkellos: Es ist ein regnerischer, nebliger Abend. Zwei Männer begegnen sich am Fluss bei einer Parkbank. Es ist der Riverside Drive in New York, der dem neuen Stück des Aachener Blackout-Theaters seinen Titel gibt.

Der erfolgreiche Drehbuchautor Jim (gespielt von Cristoph Hinse) wartet am Fluss auf seine Verabredung, Barbara. Doch statt seiner Geliebten trifft der seriös wirkende Jim auf Fred (gespielt von Andreas Hugo), einen verrückten Typen, der behauptet ebenfalls Schriftsteller zu sein.

Fred ist besessen von der Vorstellung, dass Jim ihm die Idee zu seinem letzten Film geklaut habe. Die Handlung spielt in einer fiktiven Psychatrie und dreht sich um einen schizophrenen Mann, der Stimmen hört und daraufhin Gebäude anzündet. Fred behauptet, Jim monatelang beschattet zu haben, ihn und seine Gepflogenheiten mittlerweile in- und auswendig zu kennen.

So weiß er zum Beispiel auch, dass es mit Jims Ehe mit Barbara nach der Geburt der Zwillinge nicht mehr so gut läuft — und Fred deshalb eine Affäre hat.

Und nicht nur zu diesem Thema hat Fred eine ganz eigene Meinung. Gegen seinen Willen wird Jim in ein Gespräch verwickelt und immer tiefer in Freds wirre Gedankenwelt gesogen. Es stellt sich heraus, dass Fred seine Medikamente abgesetzt hat und seine paranoiden Fantasien dadurch immer stärker werden.

Woody Allens „Riverside Drive“ ist eine brillante, kurzweilige und dabei sehr tiefsinnige Komödie. Als New Yorker versprüht der Autor eine Menge Lokalkolorit und bis zum Ende hin mausert sich das Stück völlig unerwartet zu einem skurrilen Kriminalfall.

Bizarres Szenario

Die Inszenierung dieser turbulenten Begegnung vom Aachener Blackout-Theater unter der Regie von Thorsten Fröhling ist atmosphärisch dicht und von einem intensiven Spiel geprägt. Eine halbe Stunde agieren nur die beiden Männer auf der Bühne, bis Jims Geliebte Barbara (gespielt von Karin Jager) ins Spiel kommt. Die Affäre mit ihr wollte Jim an diesem Abend beenden. Das bizarre Szenario nimmt in der Dreierkonstellation weiter seinen Lauf und nach diesem Abend ist nichts mehr so wie es war. Das Publikum ist am Ende jedenfalls begeistert.

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