Aachen: „Ring der Verbundenheit“: Malen für ein menschliches Miteinander

Aachen : „Ring der Verbundenheit“: Malen für ein menschliches Miteinander

„Es ist schön, dass es solche Sachen gibt“, sagen Lotta und Julia, beide 14 Jahre alt. Der große Ring am Elisenbrunnen hat sie neugierig gemacht. Drei Meter hoch ist er und wiegt so um die 150 Kilo. Die Passanten waren eingeladen, ihn zu bemalen, um so ihr Statement zur Verbundenheit der Menschen untereinander zu hinterlassen.

Julia und Lotta fühlten sich angesprochen: „Wir werden ein Herz mit Menschen malen, die Hand in Hand zusammenstehen“, sagen sie. Der Aachener Künstler Sebastian Schmidt hat ein Auge darauf, dass die Kreationen der Passanten untereinander stimmig sind. Bereits im Moltkepark hatten er und Besucher angefangen, diesen dritten Ring zu gestalten. Im Kennedypark und im Westpark gibt es bereits solche „Ringe der Verbundenheit“.

Die Idee dahinter ist, zufällig zusammengewürfelte Menschen zu einem menschlichen und kreativen Miteinander zu bewegen. Dabei sollen sie sich laut Sebastian Schmidt Gedanken über das machen, was sie verbindet. Und nur darum geht es. Denn sonst stünden meistens die Unterschiede und Gegensätze im Mittelpunkt, meint er. Der Ansatz der „Verbundenheit“ passt wunderbar zum Projekt „Offenes Aachen“, die Initiative für Demokratie, Menschenwürde und Vielfalt der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, die gemeinsam mit dem Künstler an einem Strang zieht.

Friedenstaube und viele Herzen

Der Höhepunkt der bereits länger laufenden Aktionen wird unter anderem am Sonntag, 27. August, ein großes Sommerfest mit vielen namhaften Künstlern im Elisengarten sein. Auch hier soll der „Ring der Verbundenheit“ seinen Platz bekommen. Dauerhaft installiert wird er dann später im Moltkepark.

Doch so weit ist es noch nicht. Bei der Tour durch die Stadt mit den Stationen Kugelbrunnen, Elisenbrunnen und Münsterplatz sind die Passanten jetzt erst einmal eingeladen, selbst den Pinsel in die Hand zu nehmen, um sich an dem Kunstprojekt zu beteiligen. Eine Friedenstaube, ein Kind mit einem Roller, das Wort Freundschaft, viele Herzen, ein Regenbogen und Noten als Symbol für Musik sind einige der Vorschläge, die die Aachener zum Thema Verbundenheit aufgemalt haben.

Auf einer Seite ranken wunderschöne Pflanzen in einer Art Unterwasserwelt. „Das hat eine Künstlerin gemalt“, sagt Sebastian Schmidt. Sie sei so begeistert von dem Projekt gewesen, dass sie am liebsten den ganzen Ring allein gestaltet hätte. Bei der Tour durch die Einkaufsstraßen der Innenstadt reagieren die Menschen dagegen eher verhalten. Zwar ziehen der Künstler und seine Helfer durchaus die Aufmerksamkeit auf sich, als sie den Ring von einem Standort zum nächsten rollen, doch mit Blick auf die Einladung, ihn zu bemalen, zeigen sich die Passanten eher zurückhaltend.

Lotta und Julia dagegen sind begeistert. „Das ist eine tolle Idee“, finden sie und machen sich gleich mit Elan an die Arbeit. Hans-Joachim Geupel spricht derweil Passanten an, um sie unter anderem auch zum großen Fest am kommenden Sonntag im Elisengarten einzuladen.

Zwei junge Flüchtlinge aus dem Libanon würden gerne kommen, wollen aber wissen, „ob es dort auch Mädchen zum gemeinsamen Deutschlernen gebe“. „Das Programm des Festes jedenfalls ist allein schon einen Besuch wert“, meint Hans-Joachim Geupel und lächelt.

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