Rinderherpes-Verdacht macht Landwirten zu schaffen

Rinderherpes : Drei Landwirte klagen gegen angeordnete Massentötung

Drei Aachener Landwirte sollen rund 680 Tiere wegen Rinderherpes töten. Damit soll vorsorglich ein Ausbreiten der Infektion verhindert werden. Aber die Tiere sind nicht krank. Die Landwirte wehren sich.

Die drei Landwirte wehren sich nun gegen die Anordnung der Städteregion Aachen vor dem Aachener Verwaltungsgericht. Da sie in ihrem Kampf in den letzten Monaten die Öffentlichkeit mobilisiert haben, findet die Verhandlung am Montag ab 09.30 Uhr im großen Schwurgerichtssaal des Justizzentrums statt – es wird mit Publikum gerechnet. Zuletzt waren Hunderte Menschen dem Protestaufruf eines Landwirts gefolgt, der seine Herde mit rund 500 Tieren töten soll.

Die Landwirte waren zuvor mit ihren Eilanträgen gescheitert. Das Veterinäramt sei zum Schutz von Rindern vor einer Infektion befugt, die Tötungsanordnung zu erlassen, hatten die Richter festgestellt. Dabei gehe es neben der Vorbeugung einer weiteren Verbreitung auch um die generelle Bekämpfung des Virus.

In einer Online-Petition an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) fordert die Tochter eines betroffenen Landwirts eine Änderung der gesetzlichen Bestimmungen zur Bekämpfung von Rinderherpes. Bei der Herde im Familienbetrieb seien nur Antikörper nachgewiesen worden, die auf eine Infizierung hindeuteten. Die Tiere zeigten keine Krankheitssymptome. Außerdem sei das Virus für Menschen völlig ungefährlich und könne auch nicht übertragen werden. Es gehe nur darum, dass Deutschland seinen Status „rinderherpesfrei“ behalte, um Tiere besser vermarkten zu können, schrieb Anja Giesen. Das werde nur durch eine konsequente Schlachtung aller Verdachtsfälle erreicht.

Das Verwaltungsgericht Aachen hat zu der Verhandlung einen Virusexperten vom Friedrich-Loeffler-Institut geladen, dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Nach Angaben des Gerichts ist offen, ob am Montag eine Entscheidung fällt.

(dpa)