Aachen: Riesige Superzelle lässt unzählige Blitze über Aachen niedergehen

Aachen: Riesige Superzelle lässt unzählige Blitze über Aachen niedergehen

Unwetter - und kein Ende in Sicht. In der Nacht zum Dienstag war es eine sogenannte Superzelle, eine Gewitterwolke von der Größe der Niederlande, die - aus Nordfrankreich kommend - über Aachen hinwegzog und ihre Spuren hinterließ.

Diesmal jedoch nicht mit den Unmengen von Niederschlägen, wie sie am letzten Donnerstag heruntergeprasselt waren, sondern in einer Unzahl von Blitzen in so starker Frequenz, dass man den zuständigen Donner nicht mehr zuordnen konnte. Jürgen Laufer von der Wetterwarte Aachen: „Es war taghell draußen.” Es handele um eine Hochsommererscheinung mit Windböen der Stärke 8, wie sie bei der gegenwärtig vorherrschenden schwül-heißen Luft bei den geringsten Anlässen wie Sonneneinstrahlung oder Wechsel der Windrichtung auftreten könne: „Bis Freitag ändert sich daran nicht viel.”

Immerhin reichte der Regen (mit sechs Litern fielen nicht mal ein Zehntel der Menge vom letzten Donnerstag), um die Feuerwehr auf den Plan zu rufen. Ab 1.49 Uhr mussten 15 Einsätze gefahren werden, weil wieder einmal Keller vollgelaufen waren oder Gullydeckel in die Höhe schossen. Brandamtmann Uwe Weiß: „Diesmal waren mehr die Außenbereiche betroffen. Aber wir sind nicht so abgesoffen wie letzte Woche. Einige Alarme gingen aus Verlautenheide ein, Einsätze gab es auch auf der Hörn oder an der Süsterfeldstraße.

Die Wetterphänomene führten offensichtlich auch dazu, dass von 2 Uhr an in Teilen von Haaren, Verlautenheide und Eilendorf in Hunderten von Haushalten der Strom ausfiel. Stawag-Sprecherin Corinna Bürgerhausen ortet Spannungsschwankungen durch die Vielzahl der Blitze als mögliche Ursache. Dadurch sei ein Kabel beschädigt worden, das folglich ausgetauscht werden musste. In der Mehrzahl der Fälle habe man jedoch den Saft von der Zentralwarte aus umschalten können, die zu diesem Zweck mit drei Mitarbeitern bemannt ist. Bis 4.08 Uhr habe es gedauert, bis auch die letzten Kunden wieder mit Strom versorgt werden konnten.

An vielen Stellen hat man noch mit den Folgen des Jahrhundertregens vom Donnerstag zu tun. In einer Flohmarkthalle an der Liebigstraße gab es Auseinandersetzungen zwischen dem Besitzer und den Mietern, wer für die Schäden aufzukommen habe. Ein Versicherungsmakler ist gar überzeugt, dass so mancher Hausbesitzer noch gar nichts von seinem Glück weiß und erst bei Beginn der Heizungsperiode feststellt, dass der Kessel defekt ist.

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