Aachen: „Riegel vor!“: Sicherungsmaßnahmen für die eigenen vier Wände

Aachen : „Riegel vor!“: Sicherungsmaßnahmen für die eigenen vier Wände

„Man muss ja nicht immer gleich Bunker bauen“, meint Stephan Wey. Der Leiter der Direktion Kriminalität bei der Aachener Polizei rät aber dazu, mit ein paar sinnvollen Maßnahmen die eigenen vier Wände vor Einbrechern zu schützen. Wie das zu bewerkstelligen ist, erklärt die Polizei landesweit bei ihrer nun wieder gestarteten Aktionswoche „Riegel vor! Sicher ist sicherer!".

Für die Binsenweisheit, dass ein Einbruch wirklich jeden treffen kann, ist Volker Kroth vom Kriminalkommissariat Vorbeugung selbst ein gutes Beispiel. „Meine Hausratversicherung ist wieder teurer geworden“, sagt er, „wegen erhöhter Einbruchszahlen.“

Dabei sind sie in Aachen gar nicht gestiegen, im Gegenteil. Im vergangenen Jahr habe es rund 13 Prozent weniger Einbrüche gegeben als im Jahr davor, berichtet Polizeipräsident Dirk Weinspach. „Das ist erfreulich, aber nichts, worauf man sich ausruhen kann.“

Beim Vorgehen gegen Wohnungseinbrüche setzt die Polizei auf den Schulterschluss mit dem Bürger. Der soll seine „Wohnung sichern, aufmerksam sein, Polizei via 110 rufen“ — so empfiehlt es die landesweite Kampagne. Dafür tourt die Aachener Polizei mit einem VW-Bulli in dieser Woche durch die Stadt und die Städteregion. Am Dienstag ist sie mit einem Informationsstand bei der Verbraucherzentrale Aachen (AachenMünchener-Platz 6, 10 bis 15 Uhr) zu Gast, am Donnerstag bei der Verbraucherzentrale in Alsdorf (Luisenpassage, 10 bis 15 Uhr).

Mieter scheuen Kosten

Wie man sich wirksam vor Einbrechern schützen kann, erläutern die Beamten auch in der Anlaufstelle an der Aachener Jesuitenstraße. Mit ihrer Kampagne wollen sie verstärkt auch Wohnungsbaugesellschaften oder Hausverwaltungen ins Boot holen. Wer zur Miete wohnt, weiß Stephan Wey, scheue nämlich oft die Ausgaben für vernünftige Schutzvorrichtungen. Deshalb wird das Gespräch mit den Vermietern gesucht. Sie sollten möglichst schon beim Bau neuer Wohnungen den Einbruchsschutz bedenken, dann sei er meist auch noch billiger zu haben.

Ohne technischen Aufwand wirksam sei aber eine gute Nachbarschaft. „Der aufmerksame Nachbar ist der Alptraum eines jeden Einbrechers“, sagt Weinspach. Wer Verdächtiges beobachte, solle nicht zögern, die Notrufnummer 110 zu wählen. So habe die Polizei schon viele Einbrecher auf frischer Tat festnehmen können.

Dennoch haben die Beamten im Dreiländereck ein spezielles Problem: Die Täter könnten flott „den Ruheraum jenseits der Grenze“ erreichen, erklärt Dirk Weinspach. Die Aachener Polizei hält dagegen, unter anderem mit Kontrollen auf den bei Einbrechern bevorzugten Routen und einer verstärkten Zusammenarbeit mit den belgischen und niederländischen Kollegen.

Grenzkontrollen, wie es sie zuletzt im Zusammenhang mit Terrorattacken oder auch dem G20-Gipfel in Hamburg gegeben hatte, hält Weinspach „für den falschen Weg in unserer Region“. Effekt zeigten solche Kontrollen bestenfalls für ein paar Tage, dann hätten sich die Täter darauf eingestellt.

Oft bleibt es beim Versuch

Flexibel zeigen sich Einbrecher auch bei der Wahl des Arbeitsplatzes: Wird es da zu schwierig oder zu riskant, geben sie auf. In etwa 45 Prozent der Fälle bleibe es beim Versuch, weiß Holger Kroth. Die Einbrecher suchen sich dann lieber andere Objekte, die einladender wirken, etwa wegen gekippter Terrassentüren oder Fenster im Erdgeschoss.

Für Stephan Wey ist das etwa so, „als würde man sein Fahrrad unverschlossen am Bushof abstellen und darauf vertrauen, dass es nach einer Woche noch da steht“.

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