Aachen: Richtfest am Zentrum für biohybride Medizinsysteme

Aachen: Richtfest am Zentrum für biohybride Medizinsysteme

„Es ist großartig, dass wir jetzt dieses Gebäude bekommen“, freute sich Prof. Ernst Schmachtenberg beim Richtfest des Zentrums für biohybride Medizinsysteme an der Forckenbeckstraße. Ziel der Einrichtung ist es, technische und biologische Bestandteile von Implantaten zu sogenannten biohybriden Medizinsystemen zusammenzuführen.

Aachen sei bei diesen innovativen Behandlungsansätzen ganz weit vorn, lobte NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. Das neue Zentrum zeige, wie lebendig Forschung in Aachen sei. Anwendung finden sollen die neuen Medizinsysteme beispielsweise bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder in der Tumorbehandlung.

Kosten von rund 40 Millionen Euro sind für das Zentrum für biohybride Medizinsysteme veranschlagt. Jetzt wurde das Richtfest gefeiert.

Das Besondere dabei ist, dass biologische und technische Methoden miteinander kombiniert werden. Und von Anfang an behalten die Forscher die Produzierbarkeit und die spätere Zulassung im Auge. Sie werden auf einer Fläche von 5600 Quadratmetern in sogenannten System-Laboren arbeiten und stehen dabei im engen interfakultären Austausch untereinander.

Auch die unmittelbare Nähe zum Uniklinikum und anderen Forschungseinheiten sei dabei von Vorteil, meinte die Ministerin. „Die kurzen Wege ermöglichen eine stärkere Vernetzung, und durch die angesiedelten Unternehmen ist auch der Weg in die Praxis nicht weit.“

„Das Zentrum nimmt Volkskrankheiten in den Mittelpunkt, um die Lebensqualität zu verbessern“, sagte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

„Die im neuen Zentrum entwickelten Implantate sollen möglichst schnell in die Praxis überführt werden“, meinte er. Dabei geht es unter anderem um die Entwicklung von Herzklappen, Gefäßprothesen und Gelenkersatz.

Der Rohbau im Cluster Biomedizintechnik auf dem Campus Melaten wurde in 13 Monaten hochgezogen. „Und bei der Grundsteinlegung war es genauso kalt wie heute“, meinte Svenja Schulze lächelnd. Doch Schmachtenberg konnte kein besseres Wetter versprechen. „Sie wissen doch“, sagte er. „In Aachen gibt es nur zwei Wetter: Kalten Regen und warmen Regen.“

40 Millionen von Bund und Land

Bauherr des neuen Zentrums ist die Aachener Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) NRW. Nach aktueller Planung soll das Zentrum 40 Millionen Euro kosten. Bund und Land kommen gemeinsam dafür auf. Nach dem verheerenden Brand in einer Halle des Werkzeugmaschinenlabors der RWTH sorgte das jetzige Richtfest dafür, die Laune des RWTH-Rektors zu heben. „Jetzt ist es Zeit, in die Zukunft zu schauen“, sagte Schmachtenberg. Von der Forschung im neuen Zentrum verspricht er sich sehr viel.

Gemeinsam mit den Gästen aus Politik und Forschung wurde die Fertigstellung des Rohbaus mit einem zünftigen Richtspruch gefeiert.

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