Aachen: Richtericher Dell: SPD drückt in Sachen Erschließungsstraße aufs Tempo

Aachen : Richtericher Dell: SPD drückt in Sachen Erschließungsstraße aufs Tempo

Schnell, schneller, am schnellsten — die Steigerung ist sprachlich ganz einfach. Wie aber geht das mit „erster Priorität“ bei der Straßenplanung? Der Frage widmete sich der Planungsausschuss jetzt mit dem nüchternen Ergebnis, dass es eigentlich nicht darauf ankommt.

Anlass zu allerlei Wortwechseln gab ein Antrag der Richtericher SPD in der örtlichen Bezirksvertretung. Darin fordern die Sozialdemokraten, die Planungen für die Erschließungsstraße Richtericher Dell „mit allerhöchster Priorität“ zu bearbeiten. Die werde nämlich als Ausweichstrecke gebraucht, wenn die Straßenbrücke Horbacher Straße über die Eisenbahnlinie abgerissen und erneuert werde. In dieser Zeit seien Alt-Richterich und Horbach schwer zu erreichen. Um die Belastungen der betroffenen Bewohner zu mindern, sollte doch die Erschließungsstraße für das geplante Wohngebiet schon zum Beginn des Brückenabrisses als Umleitungsstrecke nutzbar sein. Notfalls müssten andere Planungen im Stadtgebiet dafür zurückgestellt werden, meinen die Richtericher Sozialdemokraten.

Nun weist die Verwaltung in ihrer Vorlage darauf hin, dass die Erschließungsstraße schon jetzt „mit erster Priorität bearbeitet wird“. Derzeit werde die Vergabe für den Entwurf der Straßen- und Brückenplanung vorbereitet. Marc Beus von den Linken etikettierte den SPD-Vorstoß denn auch als „Schaufensterantrag“, der den Fortschritt in Richte­rich nicht um einen Tag beschleunigen werde. Michael Rau von dem Grünen machte gar ein „durchsichtiges Manöver“ aus, um der Verwaltung für Verzögerungen in Sachen Richtericher Dell den schwarzen Peter zuzuschieben. In der Tat geht die Entwicklung des Wohngebiets nicht eben stürmisch voran, was den SPD-Ratsherrn Norbert Plum frotzeln ließ, die dort noch gar nicht gebauten Haustypen könne man schon bald unter Denkmalschutz stellen.

Der Antrag gehöre eigentlich gar nicht in den Planungsausschuss, befand dessen Vorsitzender Harald Baal, er betreffe die Richtericher Bezirksvertretung und sei überdies hinfällig, weil die Planung bereits mit der geforderten ersten Priorität bearbeitet werde. „Wir wollten halt noch mal Druck machen“, erklärte der Richtericher Sozialdemokrat Manfred Kuckelkorn, „wegen der maroden Brücke“.

Der Einfluss der Stadtverwaltung ist allerdings begrenzt. „Im Bereich der Eisenbahnunterführung hängt der Fortschritt der Arbeiten auch von den Kapazitäten der Deutschen Bahn ab“, liest man in der Vorlage. Kenner der Materie stimmt das nicht hoffnungsfroh.

Tags zuvor hatten sich die Rich­tericher Bezirksvertreter in deren Sitzung unzufrieden mit den jüngsten Plänen zum Neubaugebiet gezeigt. Auch auf die zügige Fertigstellung der Erschließungsstraße pochten die Bezirksvertreter erneut, allerdings ohne dass die Verwaltung ihnen diesbezüglich konkrete Zusagen machen konnte.

(wb/mas)
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