Aachen: Richterich: Wieder tote Tiere aus Weiher geborgen

Aachen: Richterich: Wieder tote Tiere aus Weiher geborgen

Tote Tiere wurden auch am Donnerstag wieder aus dem Weiher an Schloss Schönau geborgen, allerdings nur einzelne Enten und Fische. Seit Anfang Juli hatte man dort mehrere Dutzend Kadaver gefunden, angefangen hatte es mit einem Schwanenpaar.

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Das Wasser ist, wie berichtet, mit großer Wahrscheinlichkeit mit dem hochgiftigen Bakterium Botulinum durchsetzt. Nachgewiesen ist es noch nicht, allerdings hat eines der beteiligten Untersuchungsinstitute aufgrund der Kadaver das Vorhandensein von Botulismus als sehr wahrscheinlich bezeichnet.

Der Nachweis sei schwierig zu führen und langwierig, teilte Rita Klösges vom Presseamt mit. Um Klarheit zu bekommen, habe man am Donnerstag zwei weitere Kadaver verschickt, diesmal an das Robert-Koch-Institut in Berlin. Durch die bisher ergriffenen Maßnahmen, das Aufstellen von Absperrgittern und Anbringen von Hinweistafeln, bestehe keine Gefährdung für Menschen: „Nur wenn man reinfällt oder davon trinkt, geht davon eine Gefahr aus.” Und Hunde seien ohnehin an der Leine zu führen und vom Ufer fernzuhalten.

Die Freiwillige Feuerwehr Richterich begann am Donnerstag, der möglichen Ursache für die Verunreinigung auf den Grund zu gehen. Dem Auslauf wurde Frischwasser zugeführt, um das Wasser zu verdünnen und den Sauerstoffgehalt zu erhöhen, tödlich für die tödlichen Bakterien: „In sauerstoffhaltigem Wasser sterben sie in kürzester Zeit aus.”

Ausgedehnt wurden die Sicherungsmaßnahmen auch auf den weiteren Auslauf des Weihers, der im Bereich des Wohngebiets Schönauer Friede in eine Art kleinen Bach fließt, davor und dahinter aber unter der Erde geführt wird. Klösges bestätigt die Information einer Anwohnerin, dass sich bis vor vier Jahren, als der Weiher entschlammt wurde, dort eine Umwälzpumpe befunden habe.

Diese sei nicht wieder eingesetzt worden. Sie sei aber auch nicht notwendig, wenn in dem Gewässer die richtigen Pflanzen und Fische eingesetzt würden. Außerdem könne eine Umwälzpumpe nicht alle Nischen des natürlich entstandenen Gewässers erreichen.

Der Angelverein und die Freiwillige Feuerwehr seien auch bemüht, den Bestand im Weiher (und das kleine Tiergehege) zu pflegen. Gestört würde das Gleichgewicht dadurch, dass zu viele Menschen die Tiere fütterten. Obwohl man vor Jahren mit Flyern auf das Verbot aufmerksam gemacht hatte („Entenbrot ist Ententod”), würden immer wieder Brotreste ins Wasser geworfen.

Diese lockten zu viele Wildvögel an, ein Teil des Futters werde verspeist, so dass große Mengen an Kot abgesondert würden, ein anderer Teil der Speisereste sinke direkt auf den Grund und begünstige die Entwicklung der Bakterien. Obwohl schon viele Tiere verendet seien, gebe es immer noch sehr viele Vögel.

Man werde auch regelmäßig Wasserproben entnehmen und die Sauerstoffzufuhr durch die Feuerwehr am Wasserauslauf vorläufig beibehalten, sagte Klösges weiter: „Wir hoffen, dass wir die Angelegenheit so in den Griff bekommen.” Verworfen wurde dagegen der Gedanke, einfach Wasser in den Weiher zu spritzen. Das könnte die Bakterien aufwirbeln und die Wildvögel noch stärker in Gefahr bringen.

Ein bis zwei Wochen werde es wohl noch dauern, bis wieder Normalität einkehre, schätzt Klösges. Sie hofft, dass das giftige Bakterium bis dahin möglichst wenige weitere Opfer fordert.

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