„Revanche“: Neues Stück im Grenzlandtheater

„Revanche“ im Grenzlandtheater : Auf den ersten Blick der perfekt getarnte Clou

Da denkt man(n), dass die Probleme auf einen Schlag gelöst sind, doch ehe man sich versieht, steckt man mitten drin in einem menschlichen Schlamassel, in dem der nächste Schachzug entscheidend sein kann. Mit „Revanche“, einem Krimi von Anthony Shaffer, widmet sich das Grenzlandtheater einem rasanten „Psychokrimidrama mit überraschenden Wendungen“, wie es Intendant Uwe Brandt beschreibt.

In der Regie von Anja Junski spielen Philip Schlomm und Chris Max Nachtigall zwei Männer, die im Verlauf des Stückes immer mehr darauf bedacht sind, ihre eigenen Interessen durchzusetzen.

Zur Handlung: Der erfolgreiche Schriftsteller Andrew Wyke (Philip Schlomm) weiß, dass seine Frau Marguerite einen Geliebten hat, Milo Tindle (Chris Max Nachtigall). Andrew beschließt, seinen Gegenspieler persönlich zu treffen. Er lädt Milo zu sich nach Hause ein und befragt ihn zu seinem allgemeinen Lebensstandard und damit einhergehend zu seinen finanziellen Mitteln. Es stellt sich heraus, dass Milo mittellos ist.

Ist das Marguerite zuzumuten? Immerhin ist die Dame einen gewissen Luxus gewöhnt, weshalb Andrew eine nicht ganz unwichtige Frage stellen muss. „Können sie es sich leisten, mir meine Frau vom Leib zu halten?“ In der durchaus verzwickten Situation weiß Andrew Rat: Milo soll bei ihm einbrechen und aus dem Safe Juwelen stehlen. Während Andrew die Versicherungssumme kassiert, kann Milo den Schmuck schon an einen bereits organisierten Hehler verkaufen und somit Marguerite sorgenfrei leben.

Milo geht auf Andrews Idee ein. Doch da mischt Andrew die Karten neu und was als ein scheinbar harmloses Katz-und-Maus-Spiel beginnt, wandelt sich allmählich zu einem mörderischen Machtkampf, in dem jeder nächste Schritt entscheidend sein kann.

„Im Prinzip könnten beide Parteien mit dem Plan glücklich sein, allerdings will keiner von ihnen seine persönlichen Wünsche und Bedürfnisse aufgeben. Und genau das macht es so spannend“, betont Junski.

Klärungsbedarf besteht ebenfalls angesichts der räumlichen Zustände. Ob das angemietete Haus tatsächlich geeignet sei, um die wöchentlichen Paarungen zu vollziehen, will der Ehemann von Marguerite wissen. Nicht, dass die Gattin nachher doch in ihrem bekannten Nest bleiben möchte.

Mit Witz, Humor, aber auch psychologisch taktisch und berechnend agieren die beiden Männer, die zum Erreichen ihrer eigenen Bedürfnisse verdammt weit gehen.

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