Aachen: Rettung der Alemannia in den Januar 2012 vertagt

Aachen: Rettung der Alemannia in den Januar 2012 vertagt

Einen Beschluss zur finanziellen Rettung der Alemannia hat der Rat am Mittwochabend nicht gefasst. Vielmehr haben die Fraktionen das Problem „Tivoli-Finanzierung” mit in die Winterpause genommen.

Ein Beschluss könnte in der kommenden Ratssitzung am 25. Januar gefasst werden. Das ist das Zeitfenster der Kommunalpolitiker nach der gestrigen Ratssitzung.

„Wenn bis März 2012 keine Umfinanzierung erfolgt, dann wird eine Insolvenz der Stadion GmbH und der Alemannia GmbH unvermeidbar sein”, leitete Oberbürgermeister Marcel Philipp seinen Sachstandsbericht im öffentlichen Teil der gestrigen Sitzung ein. Der Traditionsclub mit seinem Zweitligateam sei „unbestritten” ein Aushängeschild für Aachen. Dennoch sei die Alemannia GmbH verantwortlich für ihre eigene Planung. Von dort müssten alle Maßnahmen zur Vermeidung der Insolvenz gesteuert werden: „Steuern heißt dabei nicht, der Stadt das Problem vor die Türe zu legen.”

Auch das Land nahm Philipp in die Pflicht. Bei einer Insolvenz der Alemannia würde es 23 Millionen Euro verlieren. Daraus folgert der OB: „Eine Teilinanspruchnahme aus dieser Bürgschaft ist aus meiner Sicht ebenso unvermeidbar wie eine Laufzeitverlängerung für die Restbürgschaft.” Philipp versprach noch einmal, dass die Stadt gewillt sei, „an einer tragfähigen Umfinanzierung mitzuwirken”. Ziel sei auf der Grundlage eines Sechs-Punkte-Programms im Januar nächsten Jahres ein Konzept zur Rettung der Alemannia vorzulegen.

Dafür, so schilderte Philipp nachdrücklich in seinem längeren Statement die Lage, müssten alle Beteiligten vorurteilsfrei an einen Tisch. Und dort, das werde er mit Zahlen in der nichtöffentlichen Sitzung untermauern, gehe es für alle bis an die Schmerzgrenze.

„Wenn da nur ein Gläubiger ist”, warnte der OB das Auditorium, der das Ziel nicht erreichen könne oder wolle, falle das gesamte Konstrukt auseinander. Es müsse dem Rat darüber hinaus ebenfalls klar sein, dass es bei jeder Lösung ein Restrisiko gebe. „Wir haben aber kein Interesse daran, irgend­etwas zu verschleiern”, meinte Philipp. Im Gegenteil suche er die Rückendeckung „durch den gesamten Rat”, zumal noch vor Weihnachten eine Reihe Gespräche anstünden. Man müsse ein für Jahre tragfähiges Konstrukt zur Rettung des Vereins finden.

In Redebeiträgen zeigten sich insbesondere die Grünen skeptischer als etwa die SPD, die FDP mahnte, die Stadt Aachen bestehe nicht nur aus der Alemannia. Die CDU sei bereit, sich an der Rettung zu beteiligen.