Aachen: Rektor versucht sich an Hanteln und Beinstrecker

Aachen: Rektor versucht sich an Hanteln und Beinstrecker

Ernst Schmachtenberg sitzt schon einmal Probe auf dem silberfarbenen Bein-Streckgerät. In Anzug und Krawatte lässt es sich allerdings nicht so gut trainieren.

Deswegen lässt der RWTH-Rektor zur offiziellen Eröffnung des erweiterten RWTH-Fitnesszentrums (RWTH-Gym) auf dem Königshügel doch lieber den Besuchern im Sportdress den Vortritt. „Ich fahre lieber Fahrrad”, sagt er und steigt schmunzelnd von dem mannshohen Ungetüm herunter.

Seit Donnerstag können sportbegeisterte Studenten und Mitarbeiter der Aachener Hochschulen die gesamte Fläche des erweiterten RWTH-Gym im Hochschulsportzentrum an der Mies-van-der-Rohe-Straße offiziell nutzen. Schon im Oktober 2011 standen die ersten stählernen Fitnesstrainer auf der neu gebauten zweiten Etage des 1050 Quadratmeter großen Fitnessareals. Nun ist der Gerätepark mit dem Beinstrecker, dem „Power Rack” und anderer moderner Ausrüstung komplett eingerichtet. Die aus hochschuleigenen Mitteln finanzierte Erweiterung kostet rund zwei Millionen Euro.

Die steigende Nachfrage nach Trainingsmöglichkeiten hatte den Um- und Anbau nötig gemacht. Rund 88.000 Mal nutzten die registrierten Sportler das GYM im vergangenen Jahr das Angebot. „Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr die 100 000-er Marke erreichen werden”, ist Nico Sperle, Leiter des Hochschulsportzentrums (HSZ), sicher.

Videotraining

Grund dafür könnte beispielsweise das neu eingerichtete Videotraining sein. Die Sportler können sich beim Trainieren auf einem Bildschirm selbst beobachten und so Haltungsfehler sofort erkennen. Wer lieber das fernsehen möchte, kann mit mitgebrachten Kopfhörern seine Lieblingsserie auf den Monitoren verfolgen. Auch der Musikgenuss kommt nicht zu kurz. An vielen Geräten finden sich Halterungen für mp3-Player, damit jeder nach seinem eigenen Soundtrack trainieren kann.

Zurzeit stählen rund 2200 Sportbegeisterte ihre Muskeln im RWTH-Gym. Unter ihnen ist auch Manfred Nettekoven, Kanzler der RWTH. „Sport ist das Querschnittsthema, das alle an den Universitäten anspricht”, erklärt Nettekoven. Das Gym habe ein sehr gesundes und ausgewogenes Fitnessprogramm. Gern nutzt Nettekoven nach den vielen Sitzungen deswegen das Angebot aus, das neben dem Muskeltraining auch Konditions- und Herz-Kreislauftraining beinhaltet.

Zwischen 3000 bis 3500 Mitglieder haben ab jetzt für diese Trainingsarten und auch für die Teilnahme an speziellen Kursangeboten bei ausgebildeten Fitnesstrainern Platz. Wer sich anmeldet, muss vorher einen Anfänger- oder Quereinsteigerkurs bei einem der ausgebildeten Fitnesstrainer absolvieren, damit er sich nicht beim ungeübten Training verletzt.

Auch Rektor Ernst Schmachtenberg hat sich für die Zukunft vorgenommen, mehr Sport zu treiben. „Ich werde im Sommer mal öfter mit dem Fahrrad zum Dienst fahren”, plant er. Wenn man den ganzen Tag Denksport treibe, sei dies ein guter Ausgleich, sagt er augenzwinkernd.

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