Reklame am Straßenrand in Aachen wird digital

Digitale Reklame in Aachen : Werbeflächen werden kleiner, aber lebendiger

Die großformatige Werbung am Straßenrand hat einstweilen Pause. Der langjährige Vertragspartner der Stadt für die sogenannte Stadtmöblierung und Außenwerbung, die Firma JC Decaux, räumt in diesen Tagen endgültig das Feld und macht Platz für das Konkurrenzunternehmen RBL Media mit Sitz in Hückelhoven.

Vor zwei Jahren hat RBL bereits die rund 430 Fahrgastunterstände an den Aachener Bushaltestellen und die 130 Werbeanlagen am Straßenrand übernommen, nun folgen in einem zweiten Schritt auch die sogenannten Megalights oder „Monofußanlagen“. An den 16 Standorten im Stadtgebiet sind derzeit nur noch die Füße zu sehen, die gut neun Quadratmeter großen Werbeflächen hat Decaux hingegen inzwischen abgebaut.

So schnell wie möglich will RBL nun die neuen Anlagen installieren, wie Geschäftsführer Daniel Lange am Montag mitteilte. Ersetzt werden die ehemals querformatigen „Boards“ künftig durch hochformatige Bildschirme, die mit digitaler Technik ausgestattet sind und auf den neuen Namen „Digital City Flag“ getauft worden sind. Frühestens im Februar werden sie laut Lange erstmals im Stadtbild zu sehen sein.

„Wir liegen in den letzten Zügen mit den Standortabstimmungen“, sagt er. Große Veränderungen sind allerdings nicht geplant, meist sollen die Aufbauten nur leicht verrückt und „etwas optimiert“ werden, meint Lange. Sobald das Wetter es zulässt, sollen die Fundamente für die Pfosten gegossen werden, an denen dann die neuen Anlagen befestigt werden, die überdimensionierten Smartphones gleichen und nur noch etwa halb so groß wie die bisherigen Megalights sind.

Die „Digital City Flags“ sollen dafür aber deutlich mehr zu bieten haben. Auf hochauflösenden Bildschirmen können dann sogar Filme und animierte Sequenzen abgespielt werden. Nahezu in Echtzeit können Einspielungen aktualisiert werden, wie RBL mitteilt. Auch aktuelle Bürger-Informationen oder Warnmeldungen könnten theoretisch eingespielt werden, sagt Lange. Ob die Stadt das für sich nutzen will, ist noch unklar. Noch gebe es dazu keine Vereinbarung. Klar ist aber, dass sich die Stadt auch Vorführzeiten für Werbung in eigener Sache gesichert hat.

Das Interesse der Werbetreibenden sei insgesamt schon jetzt groß. „Wir haben schon einige Aufträge, vor allem auch von Kunden aus der Region“, so Lange. Auch deswegen möchte er so schnell wie möglich an den Start gehen. Leicht verzögert hat sich der Austausch der Anlagen ohnehin schon. Ursprünglichen Planungen zufolge sollten Ab- und Neuaufbau eigentlich schon abgeschlossen sein.

Seit Anfang des Monats läuft die Konzession, die die Stadt nach einer europaweiten Ausschreibung für die kommenden zehn Jahre an RBL vergeben hat. Die neue Werbung wird nicht nur das Stadtbild stark verändern, sondern auch die städtischen Einnahmen deutlich erhöhen. Während die Mindestpacht für die 16 Standorte zuletzt bei 33.000 Euro jährlich lag, erhöht sie sich nun auf 131.200 Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine Umsatzpacht, die von den Werbebuchungen abhängig ist.

Die Werbung am Straßenrand wird digital: Die neuen Anlagen wurden auf den Namen "Digital City Flags" getauft. Foto: RBL Media

Bespielt werden sollen die „Digital City Flags“ rund um die Uhr. Nachts sollen sie jedoch heruntergedimmt werden, damit Anwohner nicht belästigt werden, heißt es seitens der Stadt.

Vorerst wird sich RBL mit den bisherigen 16 Standorten begnügen. Vier weitere können aber in den nächsten Jahren noch dazukommen. Vorgesehen sind sie insbesondere im Bereich des RWTH-Campus.

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