Aachen: Reizvolle Innenstadtlage für Tauben, Falken und Bäume

Aachen : Reizvolle Innenstadtlage für Tauben, Falken und Bäume

Wer in Aachen Taube oder Falke ist und etwas auf sich hält, der sucht sich vermutlich nur die Premium-Wohnlagen zum Nisten. Kein Wunder also, dass der Dom und das Rathaus besonders beliebt sind. Zentrale Lage, bester Ausblick, was will die Taube mehr.

Doch offensichtlich hat nicht nur die Fauna Interesse an den prachtvollen Gebäuden, sondern auch die Flora. Denn am Rathaus, gleich über dem Haupteingang, hatte ein kleines Bäumchen Wurzeln geschlagen. Aber nicht nur das Bäumchen störte und sollte weg, sondern auch Moos, Gipskrusten und Schmutz. All das unliebsame Zeugs hatte sich über die Jahre angesammelt und wurde zum Schandfleck. Das wollte man nun ändern.

Um all das zu entfernen braucht es viel Zeit, ein Gerüst und Fachleute. Seit Juli wird daher die im Portaltympanon über dem Haupteingang des Rathauses im 19. Jahrhundert im Rahmen der Regotisierung der Nordfassade angebrachte Darstellung des thronenden Christus mit den anbetenden Figuren Karls des Großen und Papst Leos III, besser bekannt als Majestas Domini, restauriert.

Und in zwei bis vier Wochen soll alles fertig sein. „Es hat sich viel Laub angesammelt auf einer flachen Fläche“, sagt Engelbert Chaumet, Architekt beim Gebäudemanagement der Stadt Aachen. Hinter der „etwa 180 Jahre alten“ Figur sei so mit der Zeit besagtes Bäumchen gewachsen. Doch nicht nur das, hinzu kam noch eine Menge Schmutz. Der sei zwar nicht schön, aber eben auch nicht das größte Problem gewesen, sondern die Gipskrusten.

„Die können auf Dauer die Oberfläche des Steins sprengen“, so Chaumet weiter. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Witterung einem alten Gebäude wie dem Rathaus mit der Zeit zu schaffen macht. Also weg mit dem überflüssigen Gedöns, das da nicht hingehört. Die meiste Arbeit sei nun aber erledigt.

„Wir sind schon ziemlich weit“, sagt Chaumet. Dennoch sei es schwer einzuschätzen, wie lange die Arbeiten noch andauern werden — und wie lange das Gerüst noch stehen bleiben muss. „Es ist schwer zu sagen, aber ich schätze, dass wir noch zwei bis vier Wochen brauchen“, so Chaumet. Zum Weihnachtsmarkt müsste das Gerüst dann aber wieder weg sein, so dass der Blick auf das Rathaus wieder frei ist.

Gesponsort wurde die Restauration vom Rathausverein und der Neuman und Esser Stiftung der Familie Peters. Die Kosten belaufen sich insgesamt auf rund 50.000 Euro.

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