Aachen: Reinhard G. Puch: Ein Bildhauer unter den visuellen Dichtern

Aachen : Reinhard G. Puch: Ein Bildhauer unter den visuellen Dichtern

Als einen „Bildhauer unter den visuellen Dichtern“ bezeichnet Claudia Franken, Kuratorin der Studiengalerie der VHS, den in Hörstel in Westfalen geborenen Künstler Reinhard G. Puch. Puchs Arbeiten, die nicht nur in Deutschland, sondern auch international zahlreiche Kunstkenner überzeugen konnten, sind noch bis Freitag, 6. Oktober, in der zweiten Etage der Volkshochschule (VHS) ausgestellt.

Es ist die erste Ausstellung des Künstlers in Aachen. Sie ist gleichzeitig auch der Startschuss für das diesjährige Semester an der VHS unter dem Motto: „Immer eine gute Wahl“.

Wer Puchs Skulpturen betrachtet, sich einlässt auf die verschlungenen, teils rätselhaften Formen, der wird sie irgendwann sehen: die Worte, die sich darin verbergen. Puchs Kunstwerk „Krone“ ist eines dieser Werke. Zunächst erinnert wenig an eine Herrscherkrone. Betrachtet man sich das Werk allerdings aus einer anderen Perspektive, erkennt man das Wort „mensch“ darin.

Zwei „Dornen“ lassen sich im Kunstwerk erkennen. Eine Anspielung an den christlichen Erlöser Jesus Christus mit der Dornenkrone? Oder doch eher auf den mythologischen Grünen Mann oder Bacchus, den Gott des Weines und des Rausches? Wer sich etwas mehr in der germanischen Geschichte auskennt, der denkt vielleicht an die Eiserne Krone der Langobarden.

Und so kann man, wenn man denn möchte, den Bogen wieder zu Jesus Christus schlagen, denn angeblich ist in dieser eisernen Krone, die sich im italienischen Monza in einer Kirche befindet, ein Nagel des Heiligen Kreuzes eingearbeitet. Doch funktioniert die Betrachtung des Kunstwerks auch ohne jeglichen religiösen oder historischen Hintergrund. Denn ist auch das Wort „mensch“ ein Teil des Kunstwerkes, das man direkt mit „Krone“ in Verbindung bringen kann.

Vielleicht verbirgt sich dahinter eine Anspielung auf die Menschheit als „Krone der Schöpfung“? Viele Kunstwerke von Puch offenbaren ihre Besonderheit darin, dass man sie unterschiedlich deuten kann, je nachdem wie man sie betrachtet. Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Oktober zu bestaunen, und immer geöffnet, wenn Kurse an der VHS stattfinden.

(eon)
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