Aachen: Regiewerkstatt der Theaterschule Aachen präsentiert „Unter Eis“ und „Das kalte Kind“

Aachen : Regiewerkstatt der Theaterschule Aachen präsentiert „Unter Eis“ und „Das kalte Kind“

Unerfüllte Sehnsüchte, ein befürchtetes Karriereende in einer kapitalorientierten Welt, das sind die Schlaglichter in Falk Richters Schauspiel „Unter Eis“. Zwischenmenschliche Beziehungen, erfüllt von einer grotesken Hassliebe, acht Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, stehen in Marius von Mayenburgs Stück „Das kalte Kind“ im Blickpunkt.

Die Regiewerkstatt der Theaterschule Aachen präsentiert diese beiden intensiven Geschichten jetzt an einem Doppel-Theaterabend am 12. und 13. Mai.

„Es ist das erste Projekt, das komplett in den neuen Räumen im Kulturhaus Barockfabrik realisiert worden ist“, freut sich die Schulleiterin Ingeborg Meyer.

Mit zwei zeitgenössischen Stücken stellen sich die jungen Regisseure Hannah Sophia Küpper und Thilo Metzger in der Regiewerkstatt unter der Leitung des gefragten Regisseurs Christian von Treskow dem Publikum mit ihren Abschlussregiearbeiten im Fach Regie vor. Beide Regisseure machen in diesem Jahr ihren Abschluss in den Fächern Regie und Schauspiel an ihrer Ausbildungsstätte.

„Das Stück ‚Das kalte Kind‘ hat mich fasziniert, hier stehen seelische Abgründe im Vordergrund. Vieles passiert gleichzeitig, und einiges bricht unerwartet auf. Als Zuschauer weiß man manchmal nicht, ob man noch neutral ist oder die Sichtweise einer Person eingenommen hat“, erklärt Regisseurin Hannah-Sophia Küpper.

Acht Figuren treffen in ihrer Inszenierung zufällig in einem Berliner Szenecafé aufeinander: Ein verklemmter Provinzexhibitionist, ein aggressiver Sitzengelassener, eine völlig schräge vierköpfige Familie und ein ständig streitendes junges Paar.

Die Handlung von „Unter Eis“ dreht sich um Businessleute und Berater. Paul, einer der Berater, ist Mitte 40, kämpft mit Siegen und Niederlagen und weiß dabei, dass er eigentlich auch ein anderer Mensch sein könnte. „Es ist ein eher textlastiges Stück, das es ganz schön in sich hat. Das war viel Arbeit, aber die Anstrengungen haben sich gelohnt“, meint Regisseur Thilo Metzger.

„Verstörend und leer“

„Die unerfüllten Sehnsüchte und Minderwertigkeit- und Ohnmachtsgefühle im Spiegel der aktuellen Gesellschaft verbindet die beiden packenden Stücke. Es sind Gesellschaftsanalysen, die nicht prachtvoll und fein sondern verstörend und leer mit abseitiger und abgründiger Unterhaltung einhergehen“, erklärt Meyer.

Dies verspreche einen Theaterabend, der das Spiegelbild unserer Zeit reflektiert, und uns die im Kern schwelende gesellschaftliche Problematik nah bringt.

Die Aufführungen des Doppeltheaterabends finden am kommenden Wochenende, 12. und 13. Mai, jeweils um 19 Uhr im Space des Ludwig Forums statt. Tickets gibt es an der Abendkasse zum Preis von zehn Euro (ermäßigt acht Euro) bei freier Platzwahl.

Auch ein Kinderstück im Mai

Vormerken sollte man sich bereits einen weiteren Termin: Am 27. und 28. Mai präsentiert die Theaterschule Aachen eine Aufführung für Kinder und Jugendliche, die Geschichte von „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“ nach Mark Twain. Infos unter www.theaterschule-aachen.de.