Rat segnet für 2019 sieben Verkaufssonntage in Aachen ab

Verkaufsoffene Sonntage : Diesmal gibt es sieben Termine in drei Stadtbezirken

Vor zwei Jahren noch hatten die verkaufsoffenen Sonntage einen hohen Streitfaktor im Stadtrat, doch die Zeiten sind vorbei. Die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern sind abgesteckt, die Mehrheit für die Sonntagseinkäufe steht.

Erwartungsgemäß hat am Mittwoch somit eine deutliche Mehrheit im Stadtrat (bei 15 Gegenstimmen und sechs Enthaltungen) die in diesem Jahr vom Handel gewünschten Verkaufssonntage abgesegnet: Vorgesehen sind insgesamt sieben Termine verteilt auf die drei Stadtbezirke Innenstadt, Burtscheid und Brand, wobei Brand mit gleich vier Sonntagsterminen die Nase vorne hat.

Im einzelnen: Am 5. Mai öffnen die Geschäfte in Burtscheid während des Mai-Weinfestes. Am 14. Juli ist das Shoppen im Großraum Krefelder Straße und Grüner Weg anlässlich des sogenannten Soerser Sonntags möglich, zeitgleich nutzen die Brander ihre Sommerkirmes für einen Verkaufssonntag. Brand legt am 15. September mit dem erstmals angebotenen „Tag der Vereine“ nach, mit dem sich Brander Vereine den vielen Neubürgern im Bezirk vorstellen wollen. Am gleichen Tag ist das Sonntagsshoppen auch in Burtscheid während der „Burtscheider Aktionstage“ möglich.

In der Aachener Innenstadt öffnen die Geschäfte am 29. September während des „Tags der Vereine“ und am 8. Dezember während des Weihnachtsmarktes. Zeitgleich öffnen auch die Geschäfte in Burtscheid wegen des dortigen Weihnachts- und Nikolausmarktes. Brand bietet noch zwei verkaufsoffene Sonntage am 20. Oktober zur Herbstkirmes und am 15. Dezember zum Adventsmarkt.

Der Handel sieht in den verkaufsoffenen Sonntagen immer noch ein Mittel, um mit dem Onlinehandel konkurrieren zu können. Vor allem Kirchen und Gewerkschaften halten hingegen das Gebot der Sonntagsruhe hoch und positionieren sich seit Jahren gegen die ausgedehnten Öffnungszeiten. Die Fraktionen geben bei diesem Thema die Abstimmung regelmäßig frei, da es insbesondere auch bei den breiter aufgestellten Parteien wie CDU, SPD oder Grünen sowohl strenge Gegner als auch klare Befürworter der Sonntagsöffnungen gibt. Die FDP stimmt hingegen in aller Regel geschlossen zu, die Linke lehnt geschlossen ab.

Die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage in Aachen nimmt unterdessen ab, was einerseits auf strenge gesetzliche Vorgaben zurückzuführen ist, andererseits aber auch zeigt, dass sie für viele Geschäftsleute nicht mehr die einstige Bedeutung haben. Für den stationären Handel gelten die fachkundige und freundliche Beratung, der Spaß beim Einkauf, Events und ein ansprechendes Umfeld längst als wichtigere Waffen, um Kundschaft zu locken und gegen den Onlinehandel bestehen zu können.

(gei)
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