Aachen: Radstation feiert ersten Geburtstag

Aachen: Radstation feiert ersten Geburtstag

Dieses Projekt ist eine Erfolgsgeschichte: Am 27. Juni 2008 eröffnete die Wabe eine Radstation am Hauptbahnhof. Und schon ein Jahr später ist sie als Institution am Aachener Hauptbahnhof fest verankert und nicht mehr wegzudenken.

„Die Auslastung der 156 Einstellplätze stieg von anfänglich 26,8 Prozent kontinuierlich an und liegt nach einem Jahr bereits bei 69 Prozent”, erklärte Katrin Bauermeister, Fachbereichsleiterin für Arbeit und soziale Integration, am Dienstag zum einjährigen Geburtstag.

Der Clou ist, dass die Räder nicht nur untergestellt und so vor Umwelteinflüssen, Diebstahl und Zerstörung geschützt werden. Vor Ort können von den Mitarbeitern auch kleinere Reparaturarbeiten vorgenommen werden. Alltägliche Probleme wie ein platter Reifen, ein Bremsen-Check oder eine defekte Lampe können so nebenbei behoben werden.

„Allerdings sind die räumlichen Kapazitäten hierfür derzeit nicht ideal. Deshalb arbeitet die Radstation eng mit dem Radrecycling-Projekt der Wabe an der Wenzelstraße zusammen”, sagte Bauermeister. Zu reparierende Räder werden umweltgerecht mit einem Elektromobil dorthin transportiert.

Auch für die mehr als 40 Leihfahrräder gibt es eine große Nachfrage. Seit dem vergangenen Frühjahr wird das Angebot mithilfe von Spenden weiter ausgebaut.

„Da eine Radstation dieser Größenordnung sich wirtschaftlich nicht trägt, sind wir weiterhin dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen”, betonen die Teamleiter. Groß ist die Freude daher über den Zuwendungsbescheid der Stadtverwaltung für zwölf elektrounterstützte Fahrräder. „Noch in diesem Monat wollen wir sie anschaffen”, freut sich Bauermeister.

Übrigens ist die Radstation nicht nur für die Umwelt ein Gewinn. Das Wabe-Projekt verfolgt nämlich die Wiedereingliederung der insgesamt 19 Mitarbeiter in den Arbeitsmarkt. „Die Teilnehmer haben verschiedene Hintergründe, zum Beispiel Langzeitarbeitslosigkeit oder Suchtkrankheit.

In der Radstation erlernen sie wichtige Schlüsselqualifikationen”, erklärte die betreuende Sozialpädagogin Ulrike Wichert. Alle seien mit großer Einsatzfreude bei der Arbeit; lernen Pünktlichkeit, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit.

Es bleibt der große Wunsch nach einer Vergrößerung der Räumlichkeiten und mehr Personal. „Unsere positive Zwischenbilanz zeigt, dass wir mehr Einstellplätze, Leihfahrräder und Mitarbeiter brauchen könnten”, erklärt Bauermeister. „Sinnvoll wäre es auch, wenn wir mit der Werkstatt in die angrenzenden Gebäude umziehen könnten”, hofft Teamleiter Bernd Mertens.