Radfahrerin auf Vaalser Straße in Aachen von Lkw tödlich verletzt

Vaalser Straße in Aachen : Abbiegender Lastwagen verletzt Radfahrerin tödlich

Eine 52-jährige Fahrradfahrerin ist am Dienstagmorgen auf der Vaalser Straße in Aachen von einem abbiegenden Lastwagen erfasst worden. Sie erlag trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen ihren schweren Verletzungen.

Die Sachverständigen haben ihre Arbeit noch nicht abgeschlossen. Dennoch gibt es ein ziemlich klares Bild von dem, was am Dienstagmorgen auf der Vaalser Straße passiert sein muss: Eine 52-jährige Fahrradfahrerin, die auf dem Weg in die Innenstadt ist, wird um kurz nach 7 Uhr zwischen dem Kronenberg und dem Amsterdamer Ring von einem nach rechts abbiegenden Lastwagen erfasst. Zuvor haben beide an der roten Ampel gewartet.

Nach Angaben von Zeugen und den bisherigen Erkenntnissen der Polizei muss der 59-jährige Fahrer aus Aldenhoven die Frau übersehen haben, als er den rot markierten Radweg mit seinem Sattelschlepper überquert, um auf die Rechtsabbiegespur zu gelangen. Bei dem Zusammenstoß wird sie schwer verletzt und stirbt trotz notärztlicher Versorgung wenig später in einem Aachener Krankenhaus. Um die Unfallspuren zu sichern, stellen die Beamten den Sattelschlepper sicher, die Vaalser Straße bleibt bis 8 Uhr in Fahrtrichtung Innenstadt gesperrt.

Mit Hilfe einer Hebebühne begutachteten Verkehrsexperten der Polizei den Bereich von oben. Foto: dmp press (Ralf Roeger)/Ralf Roeger

Natürlich werden Erinnerungen wach an den Unfall am Hansemannplatz, bei dem am 24. April 2017 eine 29-Jährige mit ihrem Fahrrad von einem abbiegenden Linienbus erfasst und tödlich verletzt worden war. Und dennoch scheinen beide Fälle nicht vergleichbar. Generelle Kritik an der Verkehrsführung auf der Vaalser Straße bleibt jedenfalls aus. „Sie ist das Ergebnis einer langen Diskussion“, gibt Harald Beckers vom Presseamt der Stadt Aachen zu bedenken. Früher habe ein kombinierter Fuß-und Radweg bis zur Einmündung des Amsterdamer Rings geführt, den man dann im Kreuzungsbereich überqueren musste. „Das hat aber immer wieder zu Schwierigkeiten geführt.“

Radfahrerin stirbt bei Unfall auf Vaalser Straße

Helga Weyers bestätigt das auf Anfrage unserer Zeitung: „Der aktuelle Verlauf des Radwegs ist in jedem Fall besser, als wenn die Fahrradfahrer rechts von der Abbiegespur unterwegs sind“, betont die stellvertretende Vorsitzende des ADFC-Kreisverbandes Aachen. „Denn dann ist der Konflikt programmiert, wie das Beispiel an der Normaluhr/Ecke Zollenstraße zeigt. Dort wird den Radfahrern permanent die Vorfahrt genommen.“

Polizei und Feuerwehr sperrten die Unfallstelle ab, der Verkehr wurde zeitweise umgeleitet. Foto: ZVA/Stephan Kreutz

Eine gute Lösung ist die an der Vaalser Straße gewählte aus Sicht von Weyers dennoch nicht. „Die ist nur möglich, wenn mehr Platz geschaffen und eine getrennte Radverkehrsanlage gebaut wird.“ So wie es in den Niederlanden üblich sei. „Bei uns ist das aber leider nur schwer umsetzbar.“ Ganz anders verhalte es sich mit den vom ADFC geforderten Pflichtfahrradstunden bei der Vorbereitung auf den Autoführerschein. „Die einzuführen, wäre ohne großen Aufwand möglich und sehr sinnvoll. Denn es gibt immer noch viele Kfz-Fahrer, die den Radverkehr einfach nicht auf dem Schirm haben.“

Jan van den Hurk hält sich mit einer Bewertung noch zurück. „Ich werde mir den Unfallort in den kommenden Tagen in Ruhe anschauen. Zunächst einmal herrscht große Betroffenheit“, sagt der Organisator des „Ride of Silence“ und Mitinitiator des „Radentscheid Aachen“, der für den späten Nachmittag kurzfristig zu einer Mahnwache an der Vaalser Straße aufgerufen hat. Grundsätzlich lehnt er aber Streckenführungen wie es sie dort gibt ab. „Aus Gründen der Sicherheit und des Wohlgefühls“, wie von den Hurk erläutert. „Dort steht und fährt man oft genug zwischen einem Lastwagen und einem Bus. Das kann doch nicht gut sein.“

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