Markierungen auf dem Adalbertsteinweg : Schutzstreifen sollen Sicherheit erhöhen

Die Umsetzung kommt jetzt doch für viele Verkehrsteilnehmer sehr plötzlich: Auf dem Adalbertsteinweg werden derzeit neue Fahrradschutzstreifen markiert, die zu einer unübersehbaren Veränderung der Fahrsituation zwischen der Josefskirche und der Kreuzung Bismarckstraße/Sedanstraße/Elsassstraße führen und von den Autofahrern – soll das Ganze funktionieren – ein gutes Stück Disziplin beziehungsweise Rücksicht erfordern.

Die bisherigen zwei Fahrspuren werden auf beiden Seiten zu jeweils einer breiteren vereint, um so Platz für Fahrradschutzstreifen zu schaffen.

Die jetzt umgesetzte Maßnahme geht auf einen Beschluss des Mobilitätsausschusses aus dem Jahr 2015 zurück, der 2016 nochmals aktualisiert wurde. Die Schutzstreifen sind Teil des Projektes „Maßnahmenplan Radverkehrsanlagen Aachen-Ost“. 2018 kam seitens der Kölner Bezirksregierung auch der entsprechende Förderbescheid. Laut städtischem Presseamt ist Personalmangel der Grund, warum die Umsetzung so lange dauerte.

Der Maßnahmenplan umfasst auch die Stolberger Straße, die Joseph-von-Görres-Straße und die Sedanstraße sowie einmündende Querstraßen. Im Moment erfolgt die Markierung des Streifens von der Josefskirche stadtauswärts bis zur Kreuzung Adalbertsteinweg/Bismarckstraße. Hier handelt es sich um die erste Spur für Radfahrer überhaupt in diesem Bereich. Nach dessen Fertigstellung folgt die entsprechende Parallelmaßnahme stadteinwärts.

2016 wurden entsprechende Versuche unternommen, an denen alle relevanten Stellen wie Stadtbetrieb und Verkehrssteuerung beteiligt waren. Wie das städtische Pressebüro mitteilt, wurde bei dieser Simulation klar, dass die veränderte Spurführung funktioniert, ohne den Verkehrsfluss zu beeinträchtigen.

Jetzt erfolgt eben die Realisierung der Pläne. Grundsätzlich bekommen die Fahrradschutzstreifen eine Breite von 1,75 Metern. Daneben gibt es in Richtung Bürgersteig noch einen Sicherheitstrennstreifen von einem Meter. Dieser soll vor allem die Situationen entschärfen, bei denen Pkw rückwärts aus den schrägen Parktaschen zurücksetzen.

Da Platz Mangelware ist, hilft nur eine Umverteilung. Aus den bisherigen zwei Autofahrspuren stadtein- und stadtauswärts wird jeweils eine mit einer Breite von 3,50 Metern. Laut Straßenverkehrsordnung dürfen auch Autos die Schutzstreifen überfahren, aber nur, wenn dadurch eindeutig Radfahrer nicht gefährdet werden. Diese Schutzstreifen sind Bestandteil der Fahrbahn, aber keine direkten Radwege.

Zudem sind die baulichen Gegebenheiten im aktuellen Fall auf dem Adalbertsteinweg so, dass die Reduzierung des Schutzstreifens stellenweise auf 1,40 Meter, auf kurzen Stücken teils sogar auf 1,25 Meter unvermeidlich ist. Unabhängig davon war zuletzt von Radfahrorganisationen, der Verkehrswacht aber auch der Stadt ein Sicherheitsabstand von 1,50 Metern zu Radfahrern gefordert worden.