Radentscheid Aachen sammelt schon am ersten Tag tausende Unterschriften

Radentscheid Aachen : Große Resonanz zum Auftakt überrascht auch die Initiatoren

In Windeseile waren die ersten 1500 Unterschriftenlisten vergriffen, für Nachschub musste gesorgt werden. Damit hatte auch Jan van den Hurk, einer der Organisatoren des Radentscheids Aachen, nicht gerechnet.

Dabei sind er und das gesamte Organisationsteam durchaus optimistisch, was die Anzahl der Unterschriften betrifft. 20.000 und mehr hält van den Hurk durchaus für realistisch. „Bei ähnlichen Aktionen in anderen Städten hat sich gezeigt, dass die Leute sehr gerne für solche Themen unterschreiben“, meint er. In Aachen jedenfalls war die Stimmung zum Auftakt der Sammelaktion richtig gut. Und auch der Regen, der sich hier und da bemerkbar machte, konnte daran nichts ändern.

Der Markt füllte sich gegen 13 Uhr in Windeseile mit Rädern, die dann gleich an Ort und Stelle „geparkt“ wurden. Auf der Bühne war für Programm gesorgt. Neben jeder Menge Musik gab es auch reichlich Tipps, wo und wie man den Radentscheid mit einer Unterschrift unterstützen kann. Denn Unterschriften sammeln darf zwar jeder, unterschreiben dagegen nicht. „Unterschreiben darf, wer 16 Jahre alt ist, seinen Erstwohnsitz in Aachen hat und EU-Bürger ist“, kam die Info von der Bühne.

Die Initiative rund um ein festes Organisations-Team will eine bessere Fahrrad-Infrastruktur in Aachen erreichen. „Wir wollen, dass Menschen jeden Alters und unabhängig von Geschlecht und Fitness sicher und gerne mit dem Rad fahren können“, sagt Jan van den Hurk. Insgesamt sieben Maßnahmen haben er und seine Mitstreiter aufgeführt, die unbedingt umgesetzt werden sollen. Erreicht die Bürgerinitiative die notwendigen 8000 Stimmen, dann muss sich der Rat der Stadt Aachen mit den Vorschlägen befassen. Jan van den Hurk geht aber davon aus, dass im Laufe der kommenden Wochen mindestens 20.000 Unterschriften zusammenkommen.

Der Auftakt auf dem Markt jedenfalls war vielversprechend. „Fantastisch“, urteilte dann auch van den Hurk begeistert. „Wir sind bei strahlendem Sonnenschein im Frankenberger Park gestartet“, erzählt er vom Beginn der Aktion. Dass es dann zwischendurch immer mal wieder regnete, schien niemanden wirklich zu stören.

Alle setzten sich gleichermaßen dafür ein, dass Kreuzungen, Einmündungen und Radwege sicher gestaltet werden. Selbst die Hartgesottenen unter den Radlern stöhnen offenbar über die derzeitige Situation. Buchhändler Walter Vennen jedenfalls erzählte auf der Bühne von Kunden, die zwar sehr gern mit dem Rad ins Zentrum kämen, aber von der Anfahrt alles andere als begeistert seien. Eine bessere Infrastruktur für Fahrradfahrer unterstütze er aus vollem Herzen, meinte Vennen.

Ein entspanntes Miteinander wünschen sich offenbar alle, und eine lebenswerte Stadt obendrein. Zwar schien es, als wenn der Markt sich vor allem mit eingeschworenen Radlern gefüllt hätte, aber auch die zufälligen Besucher seien nicht zu unterschätzen, meinte van den Hurk.

Sein Organisationsteam nutzte an diesem Tag auch die Chance, sich bei all jenen zu bedanken, die sich im Laufe des vergangenen Jahres intensiv für die Sache eingesetzt haben: Almuth Schauber nannte da gleich eine ganze Liste von Unterstützern, ganz vorne weg Gisela Nacken, Planungsdezernentin a.D.. „Sie ist der Klebstoff für unser Team, sie ist immer da und hält den Laden am Laufen“, schwärmte sie. Auch erste Gespräche mit der Politik seien sehr vielversprechend verlaufen, fügte sie noch hinzu.

130 offiziellen Sammelstellen

Wer noch nicht unterschrieben hat und das gerne tun möchte, der kann das in einer der bislang 130 offiziellen Sammelstellen in Aachen und in den Stadtteilen erledigen. Laut van den Hurk wird auf der offiziellen Webseite des Radentscheids (www.radentscheid-aachen.de) eine entsprechende Karte über die Sammelstellen veröffentlicht. Wer möchte, kann aber auch ein Formular ausdrucken, es unterschreiben, und das Papier dann per Post an die Initiative senden.

Gesammelt wird laut Organisatoren voraussichtlich bis Ende des Sommers. Danach steht der Tag der offiziellen Übergabe an die Stadt auf dem Programm. Jan van den Hurk und seine Mitstreiter wünschen sich bis zu diesem Zeitpunkt möglichst viele Stimmen, um die Politik wirklich beeindrucken zu können. Die Umsetzung der vorgeschlagenen sieben Maßnahmen würde die Stadt Aachen laut van den Hurk zwischen 3,4 und 5,7 Millionen Euro kosten, je nach Förderung durch Land, Bund oder EU.

Gesucht werden noch Radbotschafter, die in der Öffentlichkeit für den Radentscheid werben und Unterschriften sammeln. Interessenten können sich per E-Mail unter sammeln@radentscheid-aachen.de melden.

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