Eilendorf: Rad-Vorrang-Route vom Bahnhof bis zum Vennbahnweg

Eilendorf : Rad-Vorrang-Route vom Bahnhof bis zum Vennbahnweg

Während das Netz der Rad-Vorrang-Routen, das künftig alle Außenbezirke mit der Innenstadt verbinden soll, in vielen Bezirken noch in der Vorbereitungsphase ist, ist man in Eilendorf schon einen Schritt weiter. Hier geht es bereits darum, detailgenau den Verlauf der Route im Stadtbezirk festzulegen.

Damit werden Entscheidungen darüber getroffen, welche der Eilendorfer Straßen demnächst den Rang von Fahrradstraßen bekommen sollen. Weil für die Routenführung in Eilendorf bereits Fördermittel in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro bewilligt wurden, müssen die Maßnahmen spätestens im kommenden Jahr über die Bühne gehen, damit die Mittel nicht verfallen.

In der „2. Bürgerbeteiligung zur Rad-Vorrang-Route Eilendorf“ ging es jetzt um die Erarbeitung eines Routenvorschlags, der zum Beschlussvorschlag der Verwaltung für die nächsten Sitzung der Bezirksvertretung am 2. Mai werden soll. Etliche fahrradbegeisterte Besucher informierten sich über die Variantenvorschläge der Verwaltung für die Linienführung in Eilendorf, insbesondere zwischen Bahnhof und Marienstraße.

Armin Langweg von der Verkehrsentwicklungsplanung der Stadt machte zunächst noch einmal deutlich, dass es darum gehe, Leute aufs Rad zu bringen, indem man das Radfahren attraktiver macht. Aachen hat nur einen geringen Radverkehrsanteil von elf Prozent. Ein Grund ist, dass viele Aachener Angst haben, im städtischen Raum Rad zu fahren. Dem will man mit den Rad-Vorrang-Routen begegnen, auch wenn man sich nicht der Illusion hingibt, einen Anteil von 40 Prozent wie in Münster mittelfristig zu erreichen.

Die Routen sollen eine schnelle und vor allem sichere Verbindung zwischen den Außenbezirken und der Innenstadt herstellen. Merkmale der Rad-Vorrang-Routen sind unter anderem eine besonders gute Qualität der Wegoberfläche und wenig Verzögerungen durch einen möglichst durchgängigen „Vorrang“ gegenüber anderen Straßen. Dies soll primär durch eine Linienführung auf Fahrradstraßen in Tempo-30-Zonen mit Vorfahrt für den Radverkehr geschehen.

Routenplaner Bastian Weiser erläuterte dann die Überlegungen zu den Möglichkeiten, vom Bahnhof bis zur Marienstraße zu kommen. Der weitere Verlauf der Route über Marienstraße und Kleebachstraße bis zum Vennbahnweg war von vornherein unstrittig. Daher wurden Kehrbrückstraße, Brückstraße, Stapperstraße, Hansmannstraße, Severinstraße, Steinstraße, Seve- rinusplatz und Moritz-Braun-Straße auf verschiedene Faktoren wie Pkw-Dichte, Busverkehr, Steigung, Straßenbelag, Parkordnung, Fahrgassenbreite und dergleichen untersucht. Anhand der Ergebnisse wurde ein Routenvorschlag erarbeitet, der entlang der Linie Bahnhof, Hansmannstraße, Severinstraße, Steinstraße, Severinusplatz, Marienstraße verläuft.

Bei der Diskussion kam die Ortskenntnis der Eilendorfer zum Tragen, die die Fahrt über den Seve­rinusplatz aus Gründen wie Markttagen, Veranstaltungen oder das dortige Kopfsteinpflaster kritisch sahen und die Route stattdessen ab der Einmündung der Steinstraße weiter über die Severinstraße und die Moritz-Braun-Straße bis zur Marienstraße führen wollten.

Es gab vereinzelte Einwände gegen den Startpunkt der Route am Bahnhof. Die Kritiker sähen lieber die Brücke über die Bahnlinie Aachen-Köln an der Kehrbrückstraße als Ausgangspunkt, weil dies besser für die Vernetzung etwa mit Haaren oder dem Gewerbegebiet Auf der Hüls sei. Hier wies Bezirksbürgermeisterin Eschweiler darauf hin, dass man den Bahnhof gewählt habe, weil man mehr Verkehr auf die Schiene verlagern wolle. Daher bedürfe es der optimalen Anbindung an die Bahn.

Am Ende gab es eine große Mehrheit für einen Verlauf der Rad-Vorrang-Route auf Eilendorfer Gebiet vom Bahnhof über Hansmannstraße, Severinstraße, Moritz-Braun-Straße, Marienstraße und Kleebachstraße bis zum Vennbahnweg. Lediglich an der Querung der Josefstraße und der Von-Coels-Straße soll der Vorrang der Rad-Route aufgehoben sein.

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