Aachen: „Pulse of Europe“ zu Gast beim Weihnachtsmarkt

Aachen : „Pulse of Europe“ zu Gast beim Weihnachtsmarkt

„Frieren für Freiheit und Frieden.“ So umschrieb Mitinitiator Manfred Kutsch treffend gleichermaßen die Gründe und Umstände der jüngsten „Pulse of Europe“-Veranstaltung am Sonntagnachmittag. Bei Temperaturen um den Nullpunkt aber dennoch bester Stimmung ließen sich viele der Weihnachtsmarkt-Besucher auf eine Verweilpause vor der Bühne auf dem Katschhof ein.

Dort zog etwa Manfred Piana, Geschäftsführer des Märkte und Aktionskreises City, als Organisator des Marktes ein positives Fazit zu einem durch und durch europäischen Weihnachtsmarkt. Immerhin kämen an den Wochenendtagen jeweils gegen 50.000 Besucher deswegen nach Aachen, unter anderem auch aus Südengland, Nordfrankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden.

„Dickköpfigkeit einiger weniger“

„Beeindruckt“ von der Breite der „Pulse of Europe“-Bewegung zeigte sich indes Dieter Philipp, Aachener Handwerkskammerpräsident und Mitglied des Karlspreis-Direktoriums. „Wir wollen die europäischen Errungenschaften nicht aufs Spiel setzen wegen der Dickköpfigkeit einiger weniger“, sagte er. Stattdessen müsse man jenen in der Politik den Rücken stärken, die sich mit ihrem Wirken für die europäische Integration einsetzten. Die aufkommende Frage, wer in diesem Sinne der nächste Karlspreisträger sein könnte, wollte er aber unbeantwortet lassen.

Einen Blick auf die Europäische Union warf RWTH-Politikwissenschaftler Emanuel Richter. Diese müsse durch Reformen zu mehr Ausgleich kommen und das wirtschaftliche Gefälle zwischen den nördlichen und den südlichen Mitgliedstaaten abbauen. „Nur dann gibt es weniger Wanderarbeiter, die in schwierigen Verhältnissen leben müssen, und einen stabilen Euro. Das hat der gemeinsame Binnenmarkt bisher noch nicht erreicht“, sagte er. In diesem Sinne halte er die vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron gemachten Reformvorschläge für richtig. Eine große Koalition im Bund, so Richter, wäre am ehesten dazu geeignet, diese Initiative aufzunehmen und voranzubringen, „bei Jamaika wäre das Thema Europa jedoch untergegangen“.

Beim Karneval dabei

Nicht untergehen soll hingegen „Pulse of Europe“ in Aachen. Im Januar werden die Veranstalter zwar eine Pause einlegen, aber dafür steht im Februar die Teilnahme am Karnevalszug durch die Aachen an. Und im März wird schließlich der einjährige Geburtstag des Aachener Ablegers der Bürgerbewegung gefeiert. Unter anderem dafür, dass sie in Europa immer wieder tausende Menschen auf die Straße gebracht hat, wurde „Pulse of Europe“ am Sonntag in Hamburg mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung ausgezeichnet.

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