Pulse of Europe wirbt für Europawahlen

Pulse of Europe : Initiative wirbt für die Europawahlen

„Warum wird es immer weniger?“, fragte Friederike Hofmann gleich zu Beginn des jüngsten Treffens der Bewegung Pulse of Europe auf dem Katschhof. Tatsächlich waren kaum 100 Anhänger gekommen, um sich auf die Europawahlen im kommenden Mai einzustimmen.

Dabei sind Brexit, Trump und zunehmender Rechtspopulismus nach wie vor gute Gründe, um sich für Europa einzusetzen, meinten die Redner auf dem Katschhof einhellig. Sie nutzten die Kundgebung, um auf die Modalitäten der Europa-Wahl hinzuweisen. „Und wer darüber hinaus mehr wissen will, der kann sich im Europa-Direkt-Büro im Grashaus bei einer entsprechenden Info-Reihe weiter informieren“, so Arne Bratz, der die Wahlregeln für Pulse of Europe erklärte.

Deutschland stellt demnach 96 Parlamentarier, deutlich mehr also als die Niederlande oder Belgien. Gewählt wird alle fünf Jahre, die Wähler haben dabei jeweils nur eine Stimme. „Und die stärkste Fraktion stellt dann den Präsidenten der Europäischen Kommission“, so Bratz.

Nach und nach will Pulse of Europe die einzelnen Parteien vorstellen. Mit Tobias Schindler (Volt) und Fabian Richter (YES) traten zwei junge Männer auf die Bühne, die für ihre Parteien warben. „Wir sind eine junge progressive, paneuropäische Bewegung“, führte Schindler aus. „Wir haben mit Sorge gesehen, dass der Rechtspopulismus wieder Aufwind hat, und wollen dem etwas entgegensetzen“, fügte er hinzu.

Paneuropäisch heißt, dass Volt in vielen Ländern vertreten ist, und sich länderübergreifend für Reformen der EU sowie eine föderale europäische Republik einsetze.

„Die Europäische Union ist das wichtigste Projekt unserer Zeit“, betonte Fabian Richter (YES, Young European Spirit). Seine Bewegung will „Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit finden, die vor Grenzen nicht Halt machen“, so Richter. Seine Partei wird erst am 24. Oktober in Düsseldorf offiziell gegründet und beschränkt sich bislang auf Deutschland. Aber auch hier sind es vor allem junge Leute, die die Sache in Bewegung gebracht haben. Nationalistisches Denken ist ihrer Meinung nach wenig zielführend gerade mit Blick auf die großen Themen unserer Zeit wie Klima, Umwelt, Digitalisierung oder Entwicklungspolitik. Alle Gruppierungen vereint eine große Leidenschaft für den europäischen Gedanken.

Auch Anna Quadflieg, Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinde in Ostbelgien, sieht in Europa die Zukunft. Das Beste aus den einzelnen europäischen Regionen zusammenzubringen, sei gerade auch die Politik, die in Ostbelgien verfolgt werde, sagte sie. „Europa ist nicht nur Brüssel, Europa ist hier“, betonte sie und dankte ausdrücklich all jenen, die zum Katschhof gekommen waren, auch wenn sie sicher zahllose Alternativen gehabt hätten, um den Nachmittag zu verbringen. Blaue Ballons, Banner und Fähnchen machten schon von weitem sichtbar, wer sich da vor der Rückseite des Rathauses versammelt hatte, und auch aus der Ferne hörte der ein oder andere zu.

„Das Thema Europas ist wichtig.“ Da sind sich alle einig. Und Pulse of Europe will sich in den folgenden Monaten weiter dafür einsetzen, dass die „Europawahlen die Bedeutung bekommen, die ihnen zusteht“. Schön wäre auch eine Zeitungskolumne, die sich im Vorfeld der Wahlen mit europäischen Themen und Fragen befasst, regte eine Zuhörerin an.

Das Ehepaar Christine und Heinrich Kluck sorgte ganz spontan dafür, dass die Veranstaltung nicht ganz ohne Musik zu Ende ging. Die beiden haben sich als Chris und Hein im Karneval einen Namen gemacht und sorgten mit ihrem Lied über den Puppenbrunnen für den musikalischen Teil der Kundgebung.

Mehr von Aachener Nachrichten