Aachen: „Pulse of Europe“ setzt weiter Zeichen gegen Populisten und Nationalisten

Aachen : „Pulse of Europe“ setzt weiter Zeichen gegen Populisten und Nationalisten

Seit etwa zehn Jahren wird die Europäische Union im allgemeinen Sprachgebrauch oft mit dem Begriff Krise verknüpft. Trotz wirtschaftlicher Prosperität und politischer Stabilität in den meisten Mitgliedstaaten kommen von irgendwoher immer Hiobsbotschaften, die diesen Eindruck zu bestätigen scheinen.

Auch bei der Kundgebung von „Pulse of Europe“ am Sonntag war diese Ambivalenz ein Thema, das von den Rednern vor den knapp 200 Anwesenden auf dem Katschhof aufgegriffen wurde.

So sei etwa mit Sorge zu beobachten, wie dieser Tage der österreichische Vizekanzler Heinz-Christian Strache anregte, die Personenfreizügigkeit innerhalb der EU einzuschränken, wie Mitorganisator Manfred Kutsch sagte. Und auch in Spanien, wo der Sozialist Pedro Sánchez als neuer Ministerpräsident nun eine Minderheitsregierung anführt, drohe erneut eine politische Krise.

Die aktuell größte Bedrohung für die EU gehe aber wohl von Italien aus, so Kutsch. Mit dem Sieg der rechtsextremen Lega Nord und der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung drohe weiteres Ungemach für die Werte Europas, während sich die Rechtspopulisten auch in Frankreich und Deutschland die Hände rieben.

Hohe Zustimmung

Zu diesen Krisenszenarien gehört aber eben auch eine andere Seite, wie Co-Moderator Joachim Sina deutlich machte. So seit etwa die Zustimmung zur EU unter den mehr als 500 Millionen Bürgern mit durchschnittlich 67 Prozent sehr hoch — in Deutschland liegt sie sogar noch darüber.

Einer dieser bekennenden Befürworter ist Städteregionsrat Helmut Etschenberg, der am Sonntag ausdrücklich als Privatperson an der Veranstaltung teilnahm. Die Grenzen im Dreiländereck habe er in seiner Jugend immer als trennend wahrgenommen, heute seien sie für ihn in seinem Beruf aber verbindend bei der Zusammenarbeit mit belgischen und niederländischen Amtskollegen.

Für das Weiterbestehen der europäischen Idee halte er es für wichtig, dass jeder in seinem persönlichen Umfeld das Verständnis dafür fördere, so Etschenberg. Ihm sei dies sogar mit dem eher europakritischen Fraktionschef der konservativen Regierungspartei in Polen gelungen, den er nach Aachen eingeladen habe.

Sein Appell lautete daher: „Beginnen wir mit dieser Überzeugungsarbeit auch hier in Deutschland, dass nicht jene die Oberhand gewinnen, die nationalistisch denken und andere ausgrenzen wollen.“

Mehr von Aachener Nachrichten