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Aachen: „Protest-Truck“: 40 Tonnen schwere Absage an Tihange

Aachen : „Protest-Truck“: 40 Tonnen schwere Absage an Tihange

„Die Region Aachen sagt Nein zum maroden Reaktor“ steht es in großen Lettern auf gelbem Grund. Ein 40-Tonner der Spedition Hammer trägt diese Botschaft nun hinaus in die Welt. Die Stadt Aachen und die Städteregion stellen sich gemeinsam mit dem Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie hinter diese Aktion.

„Es vergeht keine Woche, in der Tihange nicht in der ein oder anderen Form Thema ist“, sagte Oberbürgermeister Marcel Philipp bei der Präsentation des LKWs. Er findet es wichtig, „den Finger immer wieder in die offene Wunde zu legen“ und der Sorge um einen Störfall Ausdruck zu verleihen.

Städteregionsrat Helmut Etschenberg betonte, dass im Fall von Tihange die Grenzen für den Katastrophenschutz aufgehoben sind. Einen juristischen Streit mit Blick auf den Reaktor hält er zwar für notwendig, weist aber gleichzeitig darauf hin, dass eine Stilllegung des Atomkraftwerks letztendlich eine politische Entscheidung ist.

Auch er betonte die Notwendigkeit, das Thema immer wieder mit Aktionen zur Sprache zu bringen. „Der LKW der Spedition Hammer ist da eine sehr gute Maßnahme“, meinen alle Beteiligten. Der knallgelbe Truck und seine Botschaft sind auf jeden Fall nicht zu übersehen. „Bleibt die Frage, wie die Befürworter der Atomkraft damit umgehen“, meinte Marcel Philipp.

Jörg Schellenberg, Sprecher des Aachener Aktionsbündnisses gegen Atomenergie, dankte dem Aachener Spediteur für seine Initiative. „Bei einem Super-GAU gibt es dann allerdings auch keine Unternehmen mehr“, fügte er hinzu. Am 25. Juni soll eine Menschenkette vom Reaktor in Belgien bis hin zum Aachener Marktplatz auf die Problematik der Atomkraftwerke Tihange und Doel aufmerksam machen.

„Etwa 90 Kilometer lang soll die Kette sein“, sagt Schellenberg. Alle sind sich einig darin, dass nur die Region als Einheit Druck auf die belgische Regierung ausüben kann. „Und das ohne erhobenen Zeigefinger“, wie Philipp betonte.

Der gelbe LKW wird laut Tim Hammer in der Euregio und in ganz Europa unterwegs sein und regionale Produkte transportieren. Hammer erinnerte an den LKW „Kaiser Karl“, den die Spedition vor geraumer Zeit auf die Straße schickte. Diesmal gehe es um ein sehr wichtiges und sensibles Thema, das auch der Spedition am Herzen liege, so Tim Hammer.