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Internationaler Tag des Bieres: Prost! Auf die Bier-Vielfalt im Dreiländereck

Internationaler Tag des Bieres : Prost! Auf die Bier-Vielfalt im Dreiländereck

Zum internationalen Tag des Bieres werfen wir einen Blick auf die Gerstensäfte „made in Oche“. Doch auch über die Grenzen des Reinheitsgebots hinaus wird in Belgien und den Niederlanden eifrig gebraut.

„O’zapft is!“ Bei diesem Ausruf hat wohl ein jeder ein ähnliches Bild vor Augen: ein Krug mit frisch gezapftem, kühlem Bier. Zugegeben, bis das Oktoberfest in München und jene bayrischen Feste in unserer Region wieder anstehen, dauert es noch ein paar Tage. Ums Bier geht es heute trotzdem – egal, ob frisch gezapft, im Maß, Meter oder in Flaschen.

Denn an diesem Freitag, 5. August, ist internationaler Tag des Bieres. Nicht zu verwechseln mit dem Tag des deutschen Bieres, der traditionell am 23. April gefeiert wird. Wir schauen in die Fässer von Aachener Bier-Spezialisten und über die Grenzen des deutschen Reinheitsgebots hinaus. (Bei der hopfigen Vielfalt in unserer Region allerdings ohne Anspruch auf Vollständigkeit.)

Bahkauv Brew

Seit mehr als einem Jahr sind in Aachen unter dem Label „Bahkauv Brew“ drei klassische Biere – Pils, Lager Hell und Weizen – sowie vier Craftbiere erhältlich. Letztere werden unter den launigen Namen „The Beast from the Sewer“ (Öcher Trubbel), „The Devil and the Maid“ (New England IPA), „Festrada's Ring“ (Belgian Wit) und „The Great Abul Abbas“ (Pale Ale) vertrieben. „Die klassischen Bierstile sind bereits in Bioland-Qualität, und die Craftbiere werden ab September auch in Bioland-Qualität verfügbar sein“, erklärt Phillip Taud, der gemeinsam mit Jan Grün „Bahkauv Brew“ betreibt. „Dadurch sind wir eine von wenigen Biermarken in Deutschland, die zu 100 Prozent Bioland-Qualität anbieten können. Da sind wir sehr stolz drauf.“

 Jan Grün (rechts) und Phillip Taud brauen unter dem Label „Bahkauv Brew“ drei klassische Biersorten und vier Craftbiere.
Jan Grün (rechts) und Phillip Taud brauen unter dem Label „Bahkauv Brew“ drei klassische Biersorten und vier Craftbiere. Foto: Bahkauv Brew

Eine Flasche Pils oder Hell kostet im Einzelhandel 1,49 Euro, die Craftbiere liegen je nach Sorte zwischen 2,49 und 2,89 Euro. Das Weizen gibt es nur vom Fass und wird in der Gastronomie in der Regel für 3,40 Euro/0,3 Liter angeboten, so Taud. Die Craftbiere schlagen auswärts im Schnitt mit einem Preis von 4,90 bis 5,90 Euro zu Buche. Da kommt der bekannte Flaschenaufdruck „Bier bewusst genießen“ einer Empfehlung des Geldbeutels gleich. Doch wie heißt es so schön: Qualität hat nun mal ihren Preis…

Bahkauv Brew hat außerdem drei Biere in Kooperation mit anderen Brauereien auf den Markt gebracht. Darunter das „Charlemagne 21“, ein Roggen Doppelbock, an dessen Herstellung die vier Brauereien Bahkauv Brew, Maschinenbrauer, Freigeist und Drunken Monkey beteiligt waren. Weitere Informationen, auch in welchen Märkten und Locations die Bahkauv-Brew-Biere erhältlich sind, gibt es online unter: https://bahkauv-brew.com

Aachener Landbier und Karl’s Helles

Das von Dinah und Jens Lotte unter dem Label „Maschinenbrauer“ entwickelte Aachener Landbier (naturtrüb) ist seit Mai 2021 auf den Markt, ebenso ihre zweite Sorte Karl’s Helles (untergärig). Aktuell brauen „die Maschinenbrauer“ in der Brauerei Kürzer in Düsseldorf und bei der Potts Brauerei in Oelde. „Unser Ziel ist es aber, langfristig hier in Aachen selbst eine Brauerei aufzumachen“, planen Dinah und Jens Lotte. Eine Kiste mit 24 Flaschen à 0,33 Liter Helles oder Landbier kostet im Online-Shop 47,76 Euro. Weitere Informationen unter: https://maschinenbrauer.de

 Dinah und Jens Lotte sind die „Maschienenbrauer“. Von ihnen gibt es das Aachener Landbier und Karl’s Helles.
Dinah und Jens Lotte sind die „Maschienenbrauer“. Von ihnen gibt es das Aachener Landbier und Karl’s Helles. Foto: Maschienenbrauer

Lennet und Drunken Monkey

Thorsten Alles (Durstlöscher, Bierladen Hopfen und Malz) ist gleich in zwei Bier-Marken involviert. Gemeinsam mit seinem „Sandkastenfreund“ Thorsten Lässig vertreibt er unter dem Label „alleslässig Bier“ das „Lennet“. Grasig-fruchtige Noten treffen dabei auf eine solide Hopfenbittere, heißt es auf der Internetseite: „Ein wunderbar leuchtendes Bier mit reizenden inneren Werten. Ein richtig sexy Typ eben.“ Für um die 20 Euro gibt es 24 Flaschen des „sexy Typs“ à 0,33 Liter im Einzelhandel zu kaufen.

Neben dem „Lennet“ findet sich saisonal auch immer mal wieder ein „Drunken Monkey“-Bier aus dem Rezeptbuch von Thorsten Alles in den Getränkemärkten. Vier verschiedene Varianten hat es bereits in limitierter Auflage gegeben, darunter die „Öcher Printe“ mit speziellen Printengewürzen der Printen-Bäckerei Klein aus Aachen und das „Au Prumm“, ein Porter mit Pflaumenaromen. „Das Drunken Monkey soll etwas Besonderes bleiben“, erklärt Alles. Wenn er demnächst wieder eine zündende oder vielmehr schmackhafte Idee hat, kommt sicher wieder ein neuer „betrunkener Affe“ auf den Markt.

 Thorsten Alles (Durstlöscher, Bierladen Hopfen und Malz) braut die Aachener Biere „Lennet“ und „Drunken Monkey“.
Thorsten Alles (Durstlöscher, Bierladen Hopfen und Malz) braut die Aachener Biere „Lennet“ und „Drunken Monkey“. Foto: Hopfen&Malz

Apropos Affe: Sowohl mit dem „Lennet“ als auch mit dem „Drunken Monkey“ gehen pro verkaufter Kiste ein beziehungsweise zwei Euro an den Affenschutz von Pro Wildlife. (https://www.lennet-bier.de und https://www.drunken-monkey.de)

Cornelius Bräu

Das einzige Bier, das nicht nur von Aachenern stammt, sondern auch in der Kaiserstadt seit 2019 gebraut wird, ist das Cornelius Bräu. Vier verschiedene Sorten, darunter klanghafte Namen wie „Sanctus“ und „Opulentus“ werden von Andrea Müller, Geschäftsführerin von Cornelius Bräu, und ihrem Team gebraut und in kleinen Champagnerflaschen mit Korken und Drahtverschluss abgefüllt. Unter der Marke „Aachener Stadtbrauerei“ stellen sie außerdem Pils vom Fass in ihrer Brauerei im Alten Schlachthof in Aachen her. Im Einzelhandel ist die Flasche Cornelius Bräu laut Andrea Müller ab 3,29 Euro erhältlich. Weitere Infos: http://www.cornelius-braeu.de

 Andrea Müller ist Geschäftsführerin der Cornelius-Brauerei im Alten Schlachthof in Aachen.
Andrea Müller ist Geschäftsführerin der Cornelius-Brauerei im Alten Schlachthof in Aachen. Foto: ZVA/esser

Doch auch über die Grenzen des deutschen Reinheitsgebots hinaus wird gerne und vielfältig gebraut. So gibt es in den belgischen Regionen der Wallonie allein 89 Brauereien, die mehr als 500 verschiedene Sorten herstellen. Wie der belgische Tourismusverband erklärt, sind in Belgien mehr Inhaltsstoffe als in Deutschland zugelassen: „Aber der gesunde Menschenverstand erlaubt auch den belgischen Brauern, nur mit Naturprodukten zu brauen – wie Kirschen und Himbeeren im Fruchtbier.“ Eine Übersicht und weitere Informationen zu den 89 Brauereien in der Wallonie und Besichtigungsmöglichkeiten gibt es online auf der Seite des Tourismusverbandes unter: belgien-tourismus-wallonie.de

Im niederländischen Süd-Limburg sind neun Brauereien zu finden – von Kerkrade bis Maastricht und von Munstergeleen bis Vijlen sind die „Biermacher“ in unserer Nachbar-Region verteilt. Über die Internetseite https://www.visitzuidlimburg.nl gibt es weiterführende Informationen, Adressen und Besichtigungsmöglichkeiten zu den Brauereien Gulpener Brewery Freedom, Dorfbrauerei de Maar, Bosch-Brauerei, Die Brunnenbrauerei, Brauerei Rolduc, Stiftung Brauereihof, Boscafé ‘t Hijgend Hert, Alfa-Brauerei Schön und Markenbierbrauerei. Die zum Teil idyllisch gelegenen Brauereien sind sicher nicht nur wegen ihrer vielfältigen Braukunst einen Besuch wert...