Aachen: Projekt von low-tec und EMA entwickelt Politisch korrekte Produkte

Aachen : Projekt von low-tec und EMA entwickelt Politisch korrekte Produkte

Was haben Kunst und Wirtschaft gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel, aber betrachtet man potenzielle Schnittstellen genauer, kann eine Kooperation für beide Seiten deutliche Vorteile bringen. Das Projekt „EMA — economy meets art“ der Städteregion Aachen setzt genau hier an.

Bereits seit dem Jahr 2010 unterstreicht EMA mit verschiedenen Ansätzen eindrucksvoll, wie Wirtschaft und Kunst in der Region voneinander profitieren und somit gemeinsam wachsen können.

Das EMA Projekt besteht aus zwei Bausteinen: Den Professionalisierungsseminaren und dem EMA Wettbewerb. Der Wettbewerb wurde bereits zum dritten Mal für außergewöhnliche Kooperationen zwischen Kulturschaffenden und Unternehmen in der Region ausgeschrieben. Innerhalb dessen wird nach neuen Projektideen gesucht, bei denen die Partner gemeinsam Neues kreativ gestalten.

Der Designer Fabian Seibert konnte den Wettkampf für sich entscheiden und arbeitete in den vergangenen Monaten mit der low-tec, einer gemeinnützigen Arbeitsmarktförderungsgesellschaft, zusammen. Die Jury war der Meinung, dass das Anfertigen von Designerprodukten Menschen bei ihrer zweiten Arbeitsmarktchance unterstützt und gleichzeitig die Talententdeckung fördert.

Das innovative Projektkonzept mit kreativer Herangehensweise erhielt eine Sonderförderung und konnte so in den vergangenen Wochen realisiert werden. Fabian Seibert setzte sich unter dem bewusst provokant gewählten Titel „Politisch korrekte Produkte. Von Nafris und Harzern für Normalos“ mit den Vorurteilen gegenüber Langzeitarbeitslosen und Migranten auseinander. „Je öfter man diese politisch korrekten Begriffe verwendet, desto leerer werden sie irgendwann.

Wir haben Bilder entwickelt, die ganz normale Menschen zeigen und thematisieren innerhalb dessen herrschende Vorurteile über Arbeitslosigkeit und Flüchtlinge“, so Seibert. Ein weiterer Teil des geförderten Konzeptes ist das Label „low-tec home“, welches die low-tec zusammen mit der Designmetropole Aachen entwickelt hat. „Die Idee zu einer solchen Produktlinie ist entstanden, um den Teilnehmern der low-tec über die handwerklichen Übungen hinaus zur Einschätzung ihrer Fähigkeiten auch eine Motivation durch das Mitentwickeln marktfähiger Produkte zu geben.

Auch der Kontakt mit Endkunden ist Teil des Projektes. Ziel ist es nun, stetig eine regionale Produktionskette mit tollen Produkten zu entwickeln“, so Michael Omsels, Projektleitung und Qualitätssicherung bei low-tec.

Bei Design und Vermarktung der Produkte soll der Faktor „Mitleid“ mit den Flüchtlingen oder Langzeitarbeitslosen soweit wie möglich in den Hintergrund rücken. Stattdessen will low-tec sich auf das Positive konzentrieren: Benachteiligte Menschen und Menschen aus anderen Kulturkreisen mitleidsfrei begegnen und ihrem jeweiligem Hintergrund offen und interessiert gegenüberstehen. Eine Weiterentwicklung und Schärfung des Labels ist bereits in Arbeit.

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