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Projekt "Spielplatz: Kunst" der Bleiberger Fabrik Aachen geht zu Ende

Jugendbildungsstätte Rolleferberg : Ein „Luftschloss“ aus Schläuchen, Pfannen und Krimskrams

Jalousien, Fahrradschläuche, Pfannen und haufenweise Flaschendeckel: Typisch sind solche Gegenstände auf Spielplätzen wohl nicht. Dennoch haben die Teilnehmenden des Projekts „Spielplatz: Kunst“ aus diesen Utensilien sowie jeder Menge Holz und anderem Krimskrams ihr eigenes Spieleparadies gebaut.

Vier Wochen lang wurde am „Luftschloss“, wie es liebevoll getauft wurde, an der Jugendbildungsstätte Rolleferberg tatkräftig gewerkelt und gestaltet.

„Hier ist eine Geheimtür“, verrät der elfjährige Karl Neumann und öffnet ein kleines Türchen – für einen Erwachsenen kaum begehbar. Das mehrstöckige Bauwerk sei voll davon, erzählt er. Von Geheimgängen, Labyrinthen und vielen versteckten Spielereien.

Über rund zehn Meter erstreckte sich das hölzerne Spielgerüst, das die Teilnehmenden selbst gestalten durften. Aus Seilen und Brettern wurde eine Hängebrücke, eine Waschtrommel verwandelte sich in eine Krach-Maschine. „Und ein altes Trampolin dient jetzt als Glaskuppel“, erklärte Projektleiter Axel Jansen. Gefährlich sei es auf dem „Luftschloss“ übrigens nicht, versicherte er. „Wir haben alles extra mit dicken Schrauben abgestützt.“

Wöchentlich rund 30 Ehrenamtler begleiteten das Projekt im Rahmen der Werkwochen der Bleiberger Fabrik. Finanziert wurde es aus Mitteln des Kinder- und Jugendförderplans des Landes NRW. Ziel sei die kreative Gestaltung der Ferien, erläuterte Jansen. Neben dem Bauspielplatz konnten die Jungen und Mädchen sich unter anderem mit Theater, Graffitis und einem selbsterfundenen Nachrichtensender beschäftigen.

„Wir haben auch eine Schaukel, eine Rutsche und ein Karussell“, sagt Jonas Pommerening begeistert, bevor er schnurstracks auf eine runde Plattform zusteuert. Unten eine Holzplatte, darüber ein Reifen, eine Plexiglasscheibe und ein Ring zum Festhalten – das Karussell. Der Zehnjährige tippt den Ring an und sagt: „Das war mal das Kugellager einer Rolltreppe.“

Der Feriengruppe diente das „Luftschloss“ nicht nur als Bau- und Spielfläche, sondern auch als Kulisse für ein Festival, eine Diskothek und die Abschlussfeier am Freitag. Denn obwohl unzählige Arbeitsstunden in der Holzkonstruktion steckten, hieß es am Ende der Werkwochen: Abschied nehmen. Innerhalb eines Tages soll das Schlösschen komplett zurückgebaut werden. „Das tut weh“, meinte Axel Jansen. „Vor allem den Teilnehmenden.“ Doch vielleicht entsteht ja im nächsten Jahr ein neues Kunstwerk: Sozusagen das „Luftschloss 2.0“.