Aachen: Projekt „Mädchen mittendrin“: Bei der Torejagd wächst auch der Teamgeist

Aachen : Projekt „Mädchen mittendrin“: Bei der Torejagd wächst auch der Teamgeist

„Fußball ist ein wichtiger Integrationsmotor und fasziniert ganz besonders junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte“, sagt Uschi Brammertz, Geschäftsführerin vom Aachener Förderverein Integration durch Sport.

Mit dem Projekt „Mädchen mittendrin — Mehr Chancen für Mädchen durch Fußball“ greift sie die Fußballbegeisterung von Mädchen auf und wendet sich insbesondere an Grundschülerinnen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte.

„In wöchentlich stattfindenden Arbeitsgemeinschaften bieten wir durch eigens dafür geschulte weibliche Coachs ein Fußballtraining ausschließlich für Mädchen an“, erklärt sie und zeigt sich begeistert über den Erfolg des Projekts, das bereits ins siebte Jahr geht. In diesem Schuljahr konnte mit der Gemeinschaftsgrundschule Brander Feld die siebte Grundschule als Kooperationspartner gewonnen werden. Seit diesem Schuljahr geht es in zwei Gruppen ans runde Leder. 24 Mädchen nehmen an den beiden Fußball-AG teil.

„Wir wollen mit diesem Angebot die Chancen von Mädchen stärken, ihnen die Möglichkeit geben, sich auszupowern und ihr Potenzial zu zeigen“, betont Schulleiterin Anke Schürings. Dabei werden Bewegung und Teamfähigkeit geübt. Trainiert wird altersgemischt von der ersten bis zur vierten Klasse. „Die Mädchen haben in der kurzen Zeit schon viele Tricks gelernt. Es ist toll, wenn man die Entwicklung verfolgt“, freut sich Larissa Jußku. Die junge Frau aus dem Stadtteil Rothe Erde absolviert ihr Freiwilliges Soziales Jahr im Sportbereich. „Ich möchte Erzieherin werden und sammele hier Erfahrungen in Praxis und Theorie“, erzählt sie.

Der OGS-Koordinator Achim Strauss hatte Larissa Jußku an der Grundschule Barbarastraße in Rothe Erde kennengelernt, wo er mit „Mädchen mittendrin“ begonnen hatte. Nach der Schließung dieser Schule holte er das Sportangebot nach Brander Feld, wo sich ebenfalls eine sogenannte Brennpunktschule befindet.

„Wir können die Teams frei einteilen, es geht nicht nach Leistungsstärke“, erzählt die achtjährige Sofia Sirobok. „Alle können zusammenspielen, wir ärgern uns nicht“, sagt die neunjährige Carina Baio. Und die achtjährige Vivian Schmitz unterstreicht: „Wir spielen gerecht, es herrscht wirklich Fair Play. Ich habe einige neue Freundinnen gefunden.“ Alle drei Mädchen sind sich einig: Man muss nicht gewinnen, um Spaß beim Fußball zu haben. Dennoch ist die Vorfreude auf ein Turnier im Kennedypark am 20. April groß. Dann messen sich alle teilnehmenden Schulen von „Mädchen mittendrin“. Auch ein Camp in der Eifel steht an. Wie an den anderen sechs Standorten erlebe man nun auch in Brander Feld, wie positiv sich der Sport und das Spiel in der Mannschaft auf die Teilnehmerinnen auswirkt, sagt Initiatorin Uschi Brammertz. Für das kommende Schuljahr sucht sie noch neue FSJler/innen, die das Training leiten möchten. Infos gibt es per E-Mail an uschi.brammertz@t-online.de.

(krü)
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