Aachen: Programm in der Nadelfabrik: „Spuren aus Syrien“ in Aachen

Aachen : Programm in der Nadelfabrik: „Spuren aus Syrien“ in Aachen

Die Idee war, ein Haus der Identität und Integration zu schaffen. Auf ihr fußte die Neuausrichtung der Nadelfabrik 2013. Das Programm für das Frühjahr 2015 zeigt: Es ist auch weiterhin das Selbstverständnis des Hauses.

Die Identität ruht in Form des Stadtarchivs hinter den Mauern des ehemaligen Rheinnadel-Gebäudes, die Integration in ihren Veranstaltungen. Regelmäßig werden „Themen aufgegriffen, die mit der Integration ausländischer Mitbürger zu tun haben“, sagt Manfred Sicking, städtischer Dezernent für Wirtschaftsförderung, Soziales und Wohnen. Der Themenschwerpunkt in diesem Frühjahr liegt auf Syrien und dem Nahen Osten.

Suleman Taufiq, gebürtiger Syrer, später geflüchtet, mittlerweile seit 40 Jahren Öcher („Ich bin Aachener, das ist meine Stadt!“), Schriftsteller und Mitorganisator der Ausstellung „Spuren aus Syrien“, wird selbst am 13. März mit musikalischer Begleitung aus dem Buch „Mein Aleppo“ lesen. Die Hoffnung des Leiters der Nadelfabrik, Walter Köth, ist, dass die Ausstellung vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse in Syrien den Menschen hier „die Möglichkeit gibt, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und auch die Not der Menschen zu verstehen, die dann flüchten müssen und hierher kommen“. Förderung des Verständnisses für Flüchtlinge lautet der Leitsatz.

Das Haus im Allgemeinen und das aktuelle Programm im Besonderen sollen helfen, das Potenzial des Viertels offenzulegen, den Blick von Menschen anderer Viertel auf den Aachener Osten zu verändern. Die Nadelfabrik soll zu einer „stärkeren Durchmischung der Stadtviertel“ beitragen, sagt Sicking. Klingt, als solle einer Ghettoisierung des Ostviertels vorgebeugt werden? Den Begriff nutze er bewusst nicht, aber in diese Richtung gehe es.

Einen kleinen Ausblick auf das Jahresende gewährt Köth schließlich auch: Das sehr erfolgreiche „Park Leuchten“ aus dem vergangenen Jahr hat es auch in das 2015er Programm der Nadelfabrik geschafft. „Allerdings wahrscheinlich eine Nummer kleiner“, sagt er. Der Grund dürfte vor allem im eingedampften Budget für das aktuelle Programm liegen. Mit der Stadt müssen auch Nadelfabrik und Kennedypark sparen: statt 170.000 Euro wie im vergangenen Jahr stehen in dieser Saison nur noch knapp 134.000 Euro zu Verfügung.

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