Aachen: Prinzengarde: Anfang gut, Ende gut, und dazwischen ein paar Längen

Aachen: Prinzengarde: Anfang gut, Ende gut, und dazwischen ein paar Längen

Fünf Männer treten auf die Bühne. Darunter einer im Gummianzug, einer im bauchfreien Lederanzug und einer hat wahrlich obenrum nur Hosenträger an. Markus Bongers, Kommandant der Prinzengarde, kündigte für die Festsitzung am Samstag zwar „Tradition und neuer Schwung - Öcher Fastelovvend hält uns jung“ an, aber was passiert jetzt?

Sie nennen sich die „schönste und härteste Boygroup der Welt“, sind die „Big Maggas“, die großen Macker, und haben mit ihrem Auftritt die Herzen einiger Damen im Europasaal des Eurogress sehr viel höher schlagen lassen. Wenn Frontmann Roy Ostermann das Mikrophon schwang und gleichzeitig mit Schwung das Schild mit „Ekstase“ hochhielt, konnte die Masse nicht anders, es wurde gejubelt, getanzt, geschrien und die Arme in die Luft gerissen. Ob „Tiamo“, „Biene Maja“, oder „Country Roads“, der erste Show-Act riss das Publikum von den Stühlen, ließ die Stimmung eskalieren.

Bestens amüsiert: Das Publikum bekam bei der Galasitzung der Prinzengarde im Eurogress allerhand geboten. Allerdings gab es auch Schwächen im Programm. Foto: Martin Ratajczak

Das Programm der 103. Festsitzung der Prinzengarde war überwiegend mit Show- und Musik-Acts gefüllt, und das war auch gut so. Der Anfang und das Ende ließ die Jecken in Feierstimmung schweben, zwischendrin gab es eher ein Hoch und Runter. Ein Höhepunkt war in jedem Fall Mister Tomm, der praktisch jede Stimme der Stars und Sternchen in seinem Universalkehlkopf für das Aachener Publikum bereithielt.

Ob Tina Turner mit „Simply the Best“ oder Michael Jacksons „Billy Jean“ im perfekten Moonwalk — für ihn alles kein Problem. Zwischen den Liedern verschwand er treppauf, treppab hinter einer roten Garderobe und schmiss sich in Sekundenschnelle in Schale. Büttenredner „Manni der Rockstar“ hingegen sorgte nicht immer für große Lacher.

„Singen wir ein Liedchen?“ Das scheint doch die Lieblingsfrage des frisch gebackenen Karnevalsprinzen Thomas II. zu sein. Natürlich, wie könnte das Publikum verneinen. Ob lecker Mäddche im Modern Talking-Style oder das Prinzenlied „Ein dicker Fisch, kommt auf den Tisch“ — Thomas II. und sein Hofstaat sorgten für Stimmung beim Narrenvolk.

Für den Musiker Andy Bünger als vorletzten Programmpunkt fiel der Applaus eher bescheiden aus, ja viele Karnevalisten nutzen sogar die Zeit, um vor der absoluten Ekstase noch einmal ins Foyer zu gehen. Zwar war sein Auftritt an den verschiedenen Musikinstrumenten mehr als professionell, passte jedoch nicht ganz in den Ablauf. Zuvor hatten mehrfach Europameister Elmar Bosold und Jennifer Deerberg mit den Mädels vom TSC Bad Aachen mit ihrer Choreographie „Schwarz und Weiß“ die reine Lust zum Tanzen und Feiern geweckt.

Deswegen könnte man sie auch die Helden im Anzug nennen, die Stimmung war an ihrem Tiefpunkt, der Großteil des Publikums schon hinausgestürmt. Da können nur diese vier jungen Männer noch alles retten. Egal wo sie auftreten, für die Damen und auch die Herren, sind sie die Stimmungsraketen, die Superstars: die vier Amigos.

Wie kann es anders sein, pünktlich zum Auftritt der Öcher Stars stürmte das Publikum wieder den Saal, geradeaus auf die Stühle. „Zugaben bis der Arzt kommt“, erlaubte Markus Bongers und auch nach dem wirklich letzten Lied - die Gäste der Festsitzung bekamen einfach nicht genug von ihnen.

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