Aachen: Preuswald: Naturschützer gegen Rodung

Aachen : Preuswald: Naturschützer gegen Rodung

Wenig erfreut war der Landschaftsbeirat darüber, dass er erst durch die Aachener Nachrichten vom Verkauf einer 1,2 Hektar großen Waldfläche im Preuswald erfuhr. Die Stadt möchte das Areal südlich der Reimser Straße in Wohnbauland umwandeln lassen und ist auf der Suche nach Investoren, die das Millionenprojekt umsetzen. Entstehen sollen dort Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser.

Gegen diese Pläne hat sich der Landschaftsbeirat während seiner jüngsten Sitzung einstimmig (bei zwei Enthaltungen) ausgesprochen. Die Fläche sei zu etwa 60 Prozent mit Laubwald bewaldet, und diene als wichtige Pufferzone zum Naturschutzgebiet (NSG) Bildchen. Sie sei daher, heißt es in der Begründung, „auch im Sinne der nationalen Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung (NBS 2007) und den Bestrebungen zur Erhaltung von Wald, nicht für die Bebauung geeignet“.

Zudem sei die Fläche im Masterplan 2030 zur Entwicklung des neuen Flächennutzungsplanes (FNP) der Stadt Aachen als „Waldlandschaft“ gekennzeichnet. Von einer möglichen Bebauung dieser Fläche sei nie die Rede gewesen, sondern lediglich von einer „Bestandserneuerung für den Stadtumbau Preuswald“.

Preisgünstiges Wohnen

Und so kommt der Landschaftsbeirat in seinem Beschluss zu folgendem Ergebnis: „Für die angestrebte Aufwertung der Siedlung Preuswald ist die Rodung und Überbauung von Wald keine Lösung.“ Deshalb fordert der Landschaftsbeirat die Stadt Aachen auf, „auf die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes zu verzichten“.

Die Stadt hat die Waldfläche zum Verkauf angeboten, weil sie dort jungen Familien preisgünstiges Wohnen ermöglichen will. Im geltenden Flächennutzungsplan der Stadt ist das umstrittene Areal als „Fläche für die Forstwirtschaft“ dargestellt. Die von Stadt geplante Waldumwandlung müsste von der Unteren Forstbehörde Hürtgenwald und von der Bezirksregierung Köln genehmigt werden.

(akai)