Aachen: Prentekaffie: Bewährte Mischung mit jeder Menge Öcher Rümmselcher

Aachen: Prentekaffie: Bewährte Mischung mit jeder Menge Öcher Rümmselcher

Wenn der Öcher in der Vorweihnachtszeit „ene rechtig joue Vermaach han welt“ — also sich so richtig wohlfühlen möchte — dann ist er beim Prentekaffie des Vereins Öcher Platt bestens aufgehoben. Bei der „gefühlt 275. Auflage“, wie Moderator Karl Allgaier augenzwinkernd in den Nachmittag einführte, gab es wieder die bewährte Mischung aus Besinnlichem und Heiterem.

Nachdem Öcher-Platt-Präsident Richard Wollgarten die Gäste im vollbesetzten Saal der Kurpark-Terrassen begrüßt hatte, trug zum Auftakt Ulli Wollgarten mit „Festäng een Oche“ ein eigenes Gedicht vor, das in der Feststellung gipfelt: „E Oche reänt et mär, ömdatt d‘r Öcher jät ze knosche hat“.

Judith Wollgarten — weder verwandt noch verschwägert mit Richard und Ulrich — hat als Schülerin des Couven-Gymnasiums dort an einem Öcher-Platt-Projekt teilgenommen und überraschte die Zuhörer mit dem selbst verfassten Gedicht „Ferijezitt“. Kritische Gedanken zu Weihnachtsrummel und Konsumterror steuerte Christel Leuchtenberg mit dem Gedicht „De stell Zitt“ von Hein Engelhardt bei, während ihr Mann Gert mit swingenden weihnachtlichen Liedern immer wieder für entspannende Pausen sorgte.

Köstlich ging es mit Claire Müller mit „Martin op Hellig Ovvend“ von Richard Wollgarten weiter. Martin, zwar katholisch aber eher selten in der Kirche zu finden, kennt sich mit den neueren Formen der Messe nicht aus und missdeutet daher in der Christmette den Friedensgruß seines Banknachbarn: „Jeähßde at? Verjeiß dinge Anorak net!“ Hein Schiffers ist bekannt dafür, eine an sich harmlose Szene mit wenigen trockenen Worten ins Chaos zu treiben, was er mit seinem eigenen Gedicht „De Flech“ überzeugend und urkomisch beweist.

Hedwig Chauvistré verfügt über die Gabe, Kopfkino erzeugen können. So sieht man das Wohnzimmer in dem Gedicht „Chreßboum“ von Hein Küsters plastisch vor sich und erlebt wie ein geschenkter Wellensittich in den Christbaum fliegt, von der Katze gejagt wird und ein heilloses Durcheinander entsteht. Mit Irmgard Faber, Resi Hellemann, Änne Kemmerich, Luise Kohl, Finne Kühnast, Sibille Thomas-Schiffers, Margret Uerlings, Anita Volders, Helmi Weber, Bernd Frings und Wilhelm Giesberts und schöpften weitere Platt-Experten aus dem reichen Repertoire Öcher Rümmselcher.

Zum Schluss entließ Karl Allgaier die Zuhörer mit dem Vierzeiler „Betlehem“ und dem gemeinsamen Lied „Vür hant e Kengche fonge“ von Will Hermann in die Vorweihnachtszeit, bevor Hein Engelhardt die Reihe der Vorträge mit seinen eigenen Gedichten „D‘r 24 Dezember“ und „Wie avjesprouche“ abschloss.