Aachen: „Populistische Spaltpilze“ bekommen Gegenwind von „Pulse of Europe“

Aachen: „Populistische Spaltpilze“ bekommen Gegenwind von „Pulse of Europe“

Die Straßen in Deutschland sollen nicht länger Pegida-Anhängern und „populistischen Spaltpilzen“ überlassen werden, heißt das erklärte Ziel der noch jungen „Pulse of Europe“-Bewegung, die jetzt auch in Aachen Präsenz zeigt.

Wie in 28 weiteren europäischen Städten — wo Menschen zeitgleich sonntags um 14 Uhr an Pro-EU-Kundgebungen teilnehmen — zeigten an diesem Sonntag erstmals auch die Aachener, wie wichtig ihnen ein vereintes und friedliches Europa ist.

Es seien immer die Nationalisten gewesen, die mit zwei Weltkriegen Europa und die halbe Welt in Brand gesetzt haben, sagte Mitorganisator Joachim Sina. „Das wollen wir nicht wieder zulassen.“ Aus diesem Grund hat sich die Bürgerinitiative „Pulse of Europe“ zunächst in Frankfurt formiert, von wo aus sie sich binnen weniger Wochen in 29 Städte ausgebreitet hat. Alleine am Sonntag sind neun weitere hinzugekommen, darunter Aachen.

Geworben wird ohne viel Aufwand überwiegend via Facebook und Twitter sowie mit Mund-zu-Mund-Propaganda. Dass auf diese Weise gleich beim ersten Mal annähernd 200 Menschen auf die Rathausterrasse am Katschhof kamen, wertete Sina als „Riesenerfolg“. Fröhliche Gesichter auch bei seinen Mitstreitern Friedrich Jeschke, Tobias Ruof, Katry Lyck, Leo Büsch, Dirk Sieprath, Beate Roderburg, Matthias Casper-Börrs, Moritz Henkel und Manfred Kutsch, die diese „Open-Air-Therapie gegen geschundene politische Seelen“ (Kutsch) auf die Beine gestellt haben.

Mit Europa sei es wie mit der Gesundheit, meinte Kutsch. „Erst bei einer ernsthaften Erkrankung erkennen wir den Wert.“ Wie ernst es um Europa stehe, würden nationalistische Populisten wie Viktor Orban, Marine Le Pen, ­Geert Wilders oder Frauke Petry zeigen. Sie alle würden derzeit viel mediale Aufmerksamkeit erhalten. Zeit sei es daher, dass die schweigende Mehrheit diesen Tendenzen entgegenwirkt. „Denn auch wir sind das Volk“, setzte etwa Benjamin Battke den Pegida-Anhängern entgegen.

Wo sich üblicherweise am Himmelfahrtstag die Karlspreis-Größen dem jubelnden Volk zeigen, haben ab sofort also ganz „normale“ Bürger das Wort, um für Europa zu trommeln und dafür zu sorgen, „dass diese rechtspopulistischen Deppen in Deutschland nicht über zehn Prozent kommen“, sagte Battke.

Und so soll es nun jeden Sonntag um 14 Uhr bis zur Bundestagswahl im September weitergehen. „Bringt beim nächsten Mal Freunde und Familie mit“ forderten die Redner die Anwesenden auf. „Die Bewegung soll wachsen und kein Strohfeuer sein“, betonte Sina. Nach knapp einer Stunde endete die Kundgebung mit der „Europa-Hymne“.

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