Dynamisch in jeder Hinsicht: Popchor tritt jedes Jahr mit neuer Besetzung auf

Dynamisch in jeder Hinsicht : Popchor tritt jedes Jahr mit neuer Besetzung auf

„Acht Wochen haben wir gesagt: ,Et müsste mal wieder regnen‘ — aber hätte das nicht noch einen Tag warten können?“, Moderator Klaus Offergeld warf aus der Rotunde des Elisenbrunnens einen Blick in den dunkelgrauen und verregneten Himmel.

Der Regen hatte die 150 Sängerinnen und Sänger des Popchor 4.0 vom Katschhof in die überdachten Hallen des Elisenbrunnens umziehen lassen und damit sowohl sich selbst als auch den Zuschauern einen großen Gefallen getan. Denn so konnte man trocken dem rund einstündigen Programm des Chores lauschen — ohne nasse Füße und nasse Köpfe zu bekommen. Rock- und Popmusik vom Feinsten, dafür ist der Chor unter Leitung von Tanja Raich seit fünf Jahren in Aachen bekannt, und auch am Sonntag heizten sie dem Publikum ordentlich ein. Das kostenlose Konzert fand anlässlich des Weltkulturerbejubiläums des Aachener Doms statt.

Stattliche 40 Jahre trägt der Dom nun den Titel, ein Anlass für Aachen mit Licht und viel Musik zu feiern. Dompropst Manfred von Holtum verkündete in seiner Ansprache zu Beginn des Konzerts daher: „Popmusik ist auch ein Element der Kultur unserer Stadt.“ Auch wenn er sich selbst einer anderen Generation zurechnet, wurde er beim Mitwippen und Mitklatschen erwischt; dem Esprit des Chores kann man sich kaum entziehen. Auch der erste Titel des Nachmittags spielte auf das Domjubiläum an: Vor fast genau 40 Jahren erblickte „Hold The Line“ der US-amerikanischen Band Toto das Licht der Welt und hat seitdem die Radios nicht mehr verlassen. Dass der Popchor nicht nur laut, sondern auch leise kann, zeigte Ed Sheerans „Photograph“. Die Arbeit mit den Crescendi und der Dynamik war herausragend, insbesondere im Hinblick auf die Größe des Chores.

Instrumentale Unterstützung erhielt der Chor durch ein Musikerquartett bestehend aus Michael Wallraf (E-Gitarre), Werner Lauscher (Bass), Christoph Eisenburger (Klavier) und Indra Tedjasukmana (Beatbox). Tedjasukmana, zählt zu den bedeutendsten Beatboxern Deutschlands. Einige Zuhörer hatten sich während des Konzerts gewundert, welches Instrument die Percussiongeräusche produzierte, ein Schlagzeug war weit und breit nicht zu sehen.

Der Popchor ist ein Projektchor und hat seinen Projekt-Charakter in den letzten fünf Jahren beibehalten. Das spiegelt sich sicher nicht in der Qualität wieder — die ist hervorragend — sondern darin, dass es jedes Jahr eine neue Besetzung gibt. Die Probenphase dauert von September bis Juni und wird am Ende mit einem großen Konzert abgeschlossen. „Es war das letzte Konzert in dieser Besetzung“, stellte Offergeld am Schluss des Konzerts wehmütig fest. Aber für die nächste Probenphase, dann als Popchor 5.0, kann man sich in der Musikschule Aachen noch anmelden.

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