Aachen: Poller gegen mögliche Terroranschläge? Es gibt viel zu klären

Aachen : Poller gegen mögliche Terroranschläge? Es gibt viel zu klären

„Wir müssen prüfen, ob die Poller ständig oben sein sollen und bei Bedarf abgesenkt werden“, berichtet Rita Klösges vom städtischen Presseamt, „oder ob sie grundsätzlich eingefahren sind und nur bei Veranstaltungen hochgefahren werden.“

Und das sei nur eine einzige von vielen Frage, die die Stadtverwaltung in den nächsten Wochen und Monaten gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr und allen beteiligten Fachbereichen klären muss, um zu entscheiden, ob sich Aachen mit versenkbaren Pollern gegen mögliche Terroranschläge wie jüngt in Barcelona schützen werde. Daneben gebe es noch Fragen nach der Anzahl, den Aufstellungsorten, der Finanzierung, der Steuerung, und, und, und...

Erst wenn diese Fragen geklärt seien, so Klösges, könne man mit der grundsätzlichen Entscheidung, solche Poller anzuschaffen oder alternative Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen, in die Politik gehen — in den Mobilitätsausschuss, in den Finanzausschuss, wahrscheinlich sogar in den Rat. Immerhin, die Entscheidung, über die bestehenden Sicherheitskonzepte hinaus, die Installierung zusätzlicher Maßnahmen zu prüfen, ist laut Klösges bereits gefallen. „Dazu hat es am Dienstag ein Treffen des Ordnungsamtes mit der Polizei, der Feuerwehr sowie den Straßenverkehrsbehörden gegeben.“

Damit reagiert die Stadt auf eine Empfehlung des Landesinnenministeriums, das die Polizei nach dem Anschlag in Barcelona gebeten hatte, mit den Kommunen über eine Anpassung von Sicherheitskonzepten für Großveranstaltungen, aber auch über eine Sicherung von Fußgängerzonen, belebten Plätzen oder Sehenswürdigkeiten zu beraten. „Wir können das nur empfehlen“, teilt Sprecher Wolfgang Beus vom Innenministerium mit, in der Gestaltung lasse man den Kommunen völlig freie Hand.

„Bei der Prüfung fokussieren wir uns zunächst einmal auf den Bereich um den Aachener Markt und das Rathaus“, sagt Rita Klösges. Trotz dieser Konzentration werde aber bis zu einer Entscheidung sicher einige Zeit vergehen. „Dennoch braucht nun niemand Angst zu haben“, betont die Stadtsprecherin, immerhin gebe es bei Veranstaltungen wie September Special, Weihnachtsmarkt oder Karnevalsumzügen bereits bestehende und gut funktionierende Sicherheitskonzepte.

Manfred Piana, Geschäftsführer des Märkte und Aktionskreises City (MAC), könnte sich versenkbare Poller an den Zugängen zu belebten Einkaufszonen, etwa der Adalbertstraße, sehr gut vorstellen. Die jüngsten Anschläge in Spanien hätten gezeigt, dass die Täter nicht unbedingt große Veranstaltungen ins Visier nehmen, sondern alle Orte, an denen sich viele Menschen aufhalten.

„Für große Veranstaltungen gibt es Sicherheitskonzepte“, sagt er, „aber wie können wir uns an den übrigen 330 Tagen im Jahr schützen?“ Piana plädiert vor diesem Hintergrund für ein Gesamtkonzept zur Sicherung aller stark frequentierten Bereiche in der Stadt.

(hr/mg)