Aachen: Polizeipräsidium: Doch ein Neubau

Aachen: Polizeipräsidium: Doch ein Neubau

Kommando zurück: Das Polizeipräsidium soll jetzt doch nicht renoviert werden, wie 2008 verkündet worden ist. Stattdessen favorisieren alle beteiligten Behörden jetzt einen Neubau, möglichst wieder an der Hubert-Wienen-Straße.

Die Untersuchungen sind bereits vor vier Jahren angelaufen, als festgestellt wurde, dass das vorhandene Gebäude großem Verschleiß ausgesetzt war. Es ist eigentlich noch nicht einmal so alt, errichtet wurde es im Jahre 1981. Eine Begehung im Jahr 2006 erbrachte bauliche Mängel etwa bei den sanitären Einrichtungen und der Gebäudetechnik. Schon damals stellte sich die Frage, ob sich die Sanierung lohnt oder man gleich zu einem Neubau schreitet.

Zunächst schien die Renovierung und Erweiterung im laufenden Betrieb die günstigere Alternative zu sein, die deshalb vor zwei Jahren der Behördenleitung seitens des Innenministeriums offiziell verkündet wurde. Das war aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Der dafür zuständige Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) rechnete noch einmal nach, mit dem Ergebnis, dass die Modernisierung doch kostspieliger würde. Polizeisprecherin Sandra Schmitz: „Der derzeitige Stand ist, dass die Pläne für die Sanierung aus wirtschaftlichen Gründen verworfen wurden.”

Momentan sei jedoch noch vie-les in der Schwebe, erst müssten weitere Gespräche mit dem Innenministerium, dem Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste sowie dem BLB geführt werden. Die letzte Entscheidung müsse aber die Landesregierung treffen, und das könne dauern. Dennoch sei man in der Behörde nicht unglücklich über den Gang der Dinge: „Wir ziehen einen Neubau vor.”

2011 steht jetzt erst einmal das Ausschreibungsverfahren an, erläutert Stefan Hausch, Sprecher des Innenministeriums, den weiteren Zeitablauf. 2012 könne das Landeskabinett die Entscheidung festzurren, dann sei der erste Spatenstich aber noch nicht in Sicht: „Das sind alles noch ungelegte Eier.” Bis dahin würden dringend notwendige Sanierungsmaßnahmen im Altbau aus dem laufenden Etat vorgenommen.

Dabei gehe es nicht um eventuelle Schadstoffbelastungen wie im - inzwischen abgerissenen - Finanzamt Rothe Erde, das PCB-verseucht war. „Es besteht zurzeit kein akuter Handlungsbedarf bezüglich spezifischer Schadstoffe in dem alten Polizeipräsidium”, stellt BLB-Sprecher Bernd Klass klar. Die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit habe ergeben, dass eine Neubauoption gegenüber der Sanierung durchaus konkurrenzfähig sein könne: „Die Option, einen Neubau mit in Betracht zu ziehen, hat das Innenministerium des Landes NRW vor ungefähr zwei Wochen entschieden.”

Über die Höhe der zu erwartenden Kosten kann derzeit noch nicht viel gesagt werden. Diplom-Ingenieur Klass: „Das Innenministerium erarbeitet zurzeit das Anforderungsprofil, erst danach kann abschießend eine Aussage zu den genauen Kosten und dem Umfang eines möglichen Verkaufs getroffen werden.” In der Vergangenheit war meist die Rede von einem mehrstelligen Millionenbetrag, der für die Unterbringung der Behörde mit rund 1400 Mitarbeitern zu veranschlagen ist.

Der BLB spricht sich dafür aus, dass ein potenzieller Neubau ebenfalls an der Hubert-Wienen-Straße errichtet wird, möglicherweise neben dem maroden Altbau. Dazu das Innenministerium: „Es spricht nichts dagegen.”

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