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„Der Blick war reumütig zu Boden gerichtet“: Polizei stoppt 16-jährigen Autofahrer

„Der Blick war reumütig zu Boden gerichtet“ : Polizei stoppt 16-jährigen Autofahrer

Ohne Licht und nur im ersten Gang – die monotone und einsame Fahrt eines 16-jährigen Autofahrers im Aachener Stadtteil Brand hat in der Nacht zu Dienstag die Polizei auf den Plan gerufen. Die berichtet über den nicht alltäglichen Einsatz.

„Ein Filius auf Abwegen“ ist die Mitteilung der Polizei zum Einsatz in Brand überschrieben, die an dieser Stelle im Wortlaut widergegeben wird:

„Monotone Vorgänge wie ,Schäfchenzählen’ können beim Einschlafen helfen, das liest man jedenfalls in vielen Ratgebern. In diesem Fall half es den Anwohnern der Erberichshofstraße jedoch wenig, dass ein Auto in der Nacht von Montag auf Dienstag 20 Minuten lang seine monotonen Kreise inmitten der verlassenen Fahrbahn zog. Ohne Licht und nur im ersten Gang.

Um dem außergewöhnlichen Vorgang auf den Grund zu gehen, verständigten sie die Polizei. Eine Streife stoppte den Wagen kurze Zeit später. Am Steuer: ein 16-Jähriger, ohne Führerschein, im Wagen seiner Mutter.

Gemeinsam wurde man anschließend bei dieser vorstellig, zu Fuß natürlich. Sie hatte von der ganzen Aktion nichts mitbekommen und offenbar einen verlässlicheren Schlaf als ihr Filius. Während des gesamten Gesprächs mit den Polizisten war der Blick des 16-Jährigen reumütig zu Boden gerichtet. Das lässt auf uneingeschränkte Einsicht schließen. So ist es von den Beamten auch protokolliert worden.

Führerscheinlosen Menschen mit Einschlafproblemen empfehlen wir jedenfalls das ,Schäfchenzählen’. Denn eine Anzeige wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis kann durchaus für schlaflose Nächte sorgen, bei Mutter wie Sohn.“

(red/pol)