Aachen: Politische Kunst in der kleinen BKK-Galerie

Aachen : Politische Kunst in der kleinen BKK-Galerie

„Wenn das mal gut geht“ nennt der Aachener Künstler Klaus Kaufmann seine Ausstellung in der kleinen BBK-Galerie am Adalbertsteinweg, in der er sich figürlich mit gesellschaftsrelevanten Themen auseinandersetzt.

Aus Nägeln, Metallschrott und hölzernen Fundstücken baut Kaufmann unter anderem Schiffe voller Nagel-Figuren, die oft als überfüllte Flüchtlingsboote interpretiert werden, aber nicht ausschließlich so verstanden werden sollen. Es geht um Menschen in der Masse, um Exodus und die große Auswanderung nach Amerika, die Kaufmann noch bis Sonntag, 26. Juni, unter dem Titel „Lastenträger — Hoffnungsträger“ zeigt.

Einen „Menschenauflauf“ aus rostigen Nägeln serviert er dem Publikum in einer verwitterten Auflaufform, „Der braune Mob“ trifft sich gleich nebenan auf einem braun gefärbten Wischmopp, „Das alte Eisen“ wiederum zeigt sich mit verbogenen Nägeln und Spiegelscherben, in denen der Betrachter sich selbst sieht. Weiß und Rost sind die wesentlichen Farben in dem kleinen Raum mit den riesigen Schaufenstern, durch die der Betrachter schon von außen die minimale Kunst sehen kann.

Kaufmanns politische Kunst trifft im wahrsten Sinne des Wortes den Nagel auf den Kopf, verweist als Auseinandersetzung mit Objekten und Skulpturen aber auch auf die Beschaffenheit seiner Fundstücke, die häufig den Impuls für die Arbeit geben. Drittens geht es Klaus Kaufmann auch um die Einbeziehung der Sprache in seine Objekte — Titel sind ihm ebenso wichtig wie ein gewisser Humor. Für den Künstler, der bei Professor Joachim Bandau studierte, ist es nach einer langen Kunstpause die erste Einzelausstellung in Aachen.

Zu besichtigen ist „Wenn das mal gut geht“ noch bis zum 26. Juni am Adalbertsteinweg 123cd, jeweils sonntags von 12 bis 13.30 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 0172/5821324.