Aachen: Politik will Stillstand im Minoritenviertel beenden

Aachen : Politik will Stillstand im Minoritenviertel beenden

Agonie und zunehmender Verfall kennzeichnen seit Jahren den einst lukrativen Geschäftsstandort zwischen Großkölnstraße und Seilgraben. Jetzt, da das angrenzende Viertel zwischen Büchel und „Lust for Life“ mit der darinliegenden Antoniusstraße völlig neu überplant werden wird, war es Ende Januar für die Grünen im Stadtrat an der Zeit, auch für das angrenzende Gebiet zwischen Großköln- und Minoritenstraße einen Entwicklungsplan einzufordern.

Sie stellten den Antrag auf Einrichtung eines Bebauungsplans, eine Entscheidung, die der zuständige Planungsausschuss jetzt einstimmig absegnete. Anscheinend hatten die Grünen den Nerv der Zeit getroffen, denn auch Norbert Plum von der SPD erklärte bei der Diskussion: „Wir waren nur ein wenig zu spät. Wir hatten in unserer Fraktion einen ganz ähnlichen Antrag formuliert.“

In der Aussprache wurde überdeutlich, dass man mit der städtebaulichen Situation rund um das seit Jahren brach liegende Pfeiffer-Grundstück und weiteren im Besitz des Einzelhandelsriesen Peek & Clopppenburg befindlichen Liegenschaften höchst unzufrieden ist. „Dass das hier seit etwa 15 Jahren zum Teil leer steht, das ist eine Schande“, schimpfte Plum und sinnierte laut über „Zwangsmaßnahmen“, die in anderen Städten bei solch einem Investorenverhalten durchaus üblich seien.

Michael Rau (Grüne) hatte in dem Ratsantrag gefordert, das Gebiet mit gut durchmischtem und auch öffentlich gefördertem Wohnungsbau zu füllen. Die Erdgeschossflächen sollen weiterhin dem Einzelhandel zur Verfügung stehen. Eine Kernidee des Grünen-Vorstoßes war die Umnutzung der westlich an der Minoritenstraße befindlichen Turnhalle. Sie solle man aufgeben und an ihrer Stelle im Inneren des Viertels eine neue Halle bauen. Da sei viel Platz, da werde sich bestimmt ein Grundstück finden, war Rau sicher.

Denn in den Hinterköpfen lebt die allseits begrüßte Idee, in dem Gebäude an der Minoritenstraße eine seit Jahren für Aachen geforderte Markthalle für frische Ware und Feinkost aus der Region einzurichten. Erfüllt wäre damit ein Wunsch vieler Bürger, der bereits an anderen Stellen erfüllt werden sollte, aber auch wieder verworfen wurde. Sofort kam auch das Thema „Parken“ auf‘s Tapet: Laut Verwaltungsvorlage soll die Möglichkeit von „öffentlichem Parken“ dort geprüft werden.

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