Aachen: Politik schwer verärgert: Verwaltung tut zu wenig für die Ausbildung

Aachen: Politik schwer verärgert: Verwaltung tut zu wenig für die Ausbildung

Schwer verärgert haben die Politiker aller Fraktionen darauf reagiert, dass die Stadtverwaltung in diesem Jahr deutlich weniger Nachwuchskräfte ausbildet als gewünscht: Gefordert sind 110 Ausbildungsstellen, vorgesehen sind bislang jedoch nur 95.

Vor allem die Linke wollte das nicht widerspruchslos hinnehmen und hat die Verwaltungsspitze an ihre soziale Verpflichtung erinnert und Ausbildungsangebote auch über den eigenen Bedarf hinaus gefordert. Im gestrigen Personal- und Verwaltungsausschuss war ihr die Unterstützung aller anderen Fraktionen gewiss. Die Verwaltung soll demnach den politischen Beschluss umsetzen und spätestens 2012 wieder die geforderten 110 Ausbildungsstellen schaffen.

Die Politiker zogen zugleich die Aussage der Verwaltung in Frage, wonach die Ausbildung bei der städtischen Verwaltung sehr speziell sei. So gebe es viele Azubi-Stellen im handwerklichen Bereich oder im Garten- und Landschaftsbau, die später auch Chancen in der Privatwirtschaft eröffnen. Einstimmige Zustimmung gab es zudem für den Antrag der SPD, kurzfristig im Erzieherinnenbereich zusätzliche Jahrespraktikantinnen einzustellen. Gerade in diesem Berufsfeld gebe es erhebliche Probleme, ausreichend qualifiziertes Personal zu finden. Die Politiker verständigten sich am Mittwoch einhellig darauf, dass der Personal- und Verwaltungsausschuss die Ausbildungssituation bei der Stadt künftig stärker kontrollieren wird.

Ein Ausbildungsplatz kostet die Stadt jährlich rund 15.000 Euro, für 110 Auszubildende sind demnach rund 1,6 Millionen Euro veranschlagt.

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