Aachen: Politik schmiedet Zukunftspläne fürs alte Präsidium

Aachen : Politik schmiedet Zukunftspläne fürs alte Präsidium

In gut einem Jahr will die Aachener Polizei die Umzugskartons packen und ihr neues Präsidium an der Debyestraße beziehen. Höchste Zeit also, sich mit der Frage zu befassen, was dann mit dem alten Areal am Eck Hubert-Wienen-Straße und Eulersweg passieren soll.

In nichtöffentlicher Sitzung wollen Aachens Planungspolitiker am kommenden Donnerstag Zukunftspläne für das Gelände schmieden, das insbesondere von CDU und SPD als weiteres Puzzlestück für den Sportpark ­Soers betrachtet wird.

An dem mehr als 31.000 Quadratmeter großen Grundstück, das sich derzeit noch in Landesbesitz befindet und von der Polizei in Beschlag genommen wird, haben die direkten Nachbarn vom Post-Telekom-Sportverein (PTSV) und Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) seit längerem gesteigertes Interesse angemeldet. Und vieles deutet darauf hin, dass die beiden Vereine dabei auf Schützenhilfe der politischen Mehrheit in der Stadt zählen können.

Klar ist jedenfalls, dass die Stadt das Grundstück kaufen will. Erste Gespräche sind darüber mit dem landeseigenen Bau- und Liegenschaftsbetrieb bereits geführt worden, weitere Antworten auf noch offene bau- und verfahrensrechtliche Fragen erhoffen sich die Politiker in der Sitzung am Donnerstag. „Informationen sammeln“ lautet lediglich das offizielle Ziel, doch allmählich zeichnet sich auch die weitere Marschrichtung der Ratsmehrheit ab: Sie möchte das Grundstück dereinst den beiden Sportvereinen zur Verfügung stellen, die beide auf der Suche nach Expansionsflächen sind.

Teurer Abriss

Der Ankauf des Grundstücks dürfte noch das geringere Problem sein. Schwieriger gestalten sich offenbar noch die planungsrechtlichen Schritte, da die Fläche bislang einer Nutzung durch die Polizei vorbehalten ist. Und unbeantwortet ist bislang auch noch die Frage, wer eigentlich die Abrisskosten für das alte Polizeipräsidium trägt, das gerne auch als Schrottimmobilie bezeichnet wird und allen Erkenntnissen nach schwer schadstoffbelastet ist.

Auf gut fünf Millionen Euro werden die Kosten für den Abriss und die Materialentsorgung geschätzt. Platz wäre dann aber vorhanden für eine neue Reithalle des ALRV sowie eine weitere Sporthalle des PTSV. Dessen Vorsitzender Frank Schidlowski macht kein Geheimnis daraus, dass er dort auch den idealen Platz für die seit langem herbeigesehnte bundesligataugliche Volleyballhalle für die „Ladies in Black“ sieht.

Es gäbe eine gute Verkehrsanbindung und genug Parkmöglichkeiten, auch könne die Halle für andere Sportarten offenstehen. Fertige Baupläne habe er allerdings nicht in der Tasche, betont Schidlowski. „Es ist noch alles völlig im Fluss.“

Und so wartet der PTSV genauso wie der ALRV noch auf die klaren Signale seitens der Politik. Denn vor allem die Grünen haben das alte Präsidiumsgelände auch als Ausweichfläche für den Bend ins Auge gefasst. Der Bend könne nicht auf ewige Zeiten in der Innenstadt bleiben, sind sie überzeugt. Daher sollten sich Sportler und Kirmesschausteller den freiwerdenden Platz künftig aufteilen, finden sie. Auch Konzerte seien dort denkbar.

Mit dieser Meinung scheinen die Grünen aber zunehmend alleine dazustehen. Schwarz-Rot scheint die Weichen nunmehr klar in Richtung Sport stellen zu wollen. Für Anfang Februar ist bereits ein weiteres Gespräch der Vereinsverantwortlichen mit den Fraktionsspitzen angesetzt. Aus Sicht von Schidlowski kann es gar nicht schnell genug gehen, denn nicht zuletzt der Deutsche Volleyballverband drängt den Aachener Verein zu einem Hallenneubau. Die PTSV-Volleyballerinnen tragen ihre Erstligaspiele seit nunmehr zehn Jahren nur aufgrund einer Ausnahmegenehmigung in einer viel zu niedrigen Halle aus. Vor 2021 wird eine regelgerechte Halle allerdings selbst im Idealfall kaum fertigzustellen sein.

(gei)
Mehr von Aachener Nachrichten