Aachen: Politik denkt über neuen Standort fürs Zollmuseum nach

Aachen: Politik denkt über neuen Standort fürs Zollmuseum nach

Die Zukunft des Zollmuseums Friedrichs in Horbach ist weiterhin ungewiss. Noch hängen eine Klage und eine mögliche Zwangsvollstreckung der Erbengemeinschaft wie ein Damoklesschwert über der größtenteils privaten Sammlung. Es steht eine Forderung von rund 30.000 Euro im Raum.

Jetzt spielt die Politik mit dem Gedanken, das Museum am aktuellen Standort aufzugeben und zentrale Exponate, die die Zollgeschichte im Aachener Raum widerspiegeln, in Zukunft anderswo zu zeigen. Das wurde am Donnerstag bei der Diskussion im Kulturausschuss deutlich.

Dort waren sich erstmal alle Fraktionen einig, dass das Thema Zoll gerade in einer Grenzregion wie der Aachener nicht unter den Tisch fallen darf. Und dass der Horbacher Bestand, der seit Jahren ehrenamtlich gepflegt und verwaltet wird, dringend überarbeitet werden muss. Oder „entmufft und entstaubt“, wie es die Ausschussvorsitzende Margrethe Schmeer formulierte. Deshalb erging auch einstimmig der Auftrag an die Verwaltung, eine Neukonzeption samt Finanzierungs- und Kostenplan mit Folgekosten zu erstellen. Ein neue Präsentation, eine neue Didaktik, ein neues Marketingkonzept müssen her. Anträge bei Stiftungen werden dafür derzeit gestellt, der betreibende Heimatverein Heydener Ländchen sucht für die Erben-Forderungen fleißig nach Sponsoren.

Beim Thema künftiger Standort gehen die Meinungen in der Kulturpolitik allerdings deutlich auseinander. Schmeer: „Ich könnte mir gut vorstellen, die Sammlung im Grashaus zu zeigen.“ Dort entsteht im Rahmen der Route Charlemagne die sogenannte Station Europa. Sie richtet sich stark an Kinder und junge Erwachsene und erklärt die Entstehung eines geeinten Europas und Aachens Rolle als Europastadt. Die Geschichte des Zolls würde sich da laut Schmeer gut einfügen. Auch Hermann-Josef Pilgram (Grüne) und Ursula Ep-stein (Linke) plädieren für einen anderen Ort, der nicht so abgelegen ist und wo man die Sammlung professioneller darstellen kann. Ruth Crumbach-Trommler (FDP) dagegen findet Horbach als ehemaligen Grenzübergang für ein Zollmuseum ideal. Sobald die Neukonzeption vorliegt, wird diese Diskussion weitergehen.

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